Der Darm – vom Tabuthema zum Superstar

Noch vor wenigen Jahren waren unser Darm und die darin lebenden Bakterien ein Tabuthema, über das man weder mit seiner Familie noch mit seinen engsten Freunden sprach. Doch inzwischen ist der Darm in den Mittelpunkt des Interesses von Laien und Experten gerückt. Prof. Michaela Axt-Gadermann aus dem freundin-Expertenkreis erklärt, warum das sinnvoll ist. Zum Interview

Schlammbakterien verbessern psychische Widerstandsfähigkeit

Manche Keime sind alte Freunde, die unser Immunsystem seit Millionen von Jahren kennt. Wie gute Freunde unterstützen diese Mikroorganismen unsere Abwehrkräfte, beruhigen das Immunsystem und verhindern in stressigen Situationen eine überschießende Reaktion der Abwehrzellen. Doch plötzlich sind die guten Freunde verschwunden. Antibiotika und übertriebene Hygiene haben sie aus unserem Lebensumfeld vertrieben. Wenn gute Freunde wegziehen, hinterlässt das eine Lücke.

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Bakterien entscheiden über unser Lieblingsgericht

Wer ist der Chef im Darm, wer muss klein beigeben? Die Bakterien in unserem Gedärm stehen miteinander in Konkurrenz. Jeder Keim möchte für sich die besten Bedingungen herausholen und andere Gruppen klein halten. Und jede Bakterienfamilie bevorzugt anderes Essen. Manche gedeihen besonders gut mit Pudding und Kuchen, andere bevorzugen Steak und Frikadellen und die Dritten entwickeln sich bestens mit Obst und Gemüse.

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Darmbakterien und Probiotika – neue Erkenntnisse, neue Behandlungsmöglichkeiten!

„Zu lange wurde das gesundheitliche Potenzial unseres Darms nicht realisiert. Gerade in jüngster Zeit hat die Wissenschaft viele neue Erkenntnisse gewonnen, die beweisen, wie wichtig die Interaktion von Mikroflora, Probiotika und Darmschleimhaut für unsere Gesundheit ist. Wir sind der Überzeugung, dass die Forschung jetzt so gesichert ist, dass sie für medizinische Praktiker und Öffentlichkeit relevant ist.“, so Prof. Stephan C. Bischoff, Vorsitzender der DGMIM.

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Was hat der Darm mit unserem Gehirn zu tun?

Interview mit Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann

Eine ganze Menge! Viele Emotionen werden im Darm gemacht. Der Volksmund weiß das schon lange: Wenn wir uns freuen, haben wir “Schmetterlinge im Bauch“ und die „Liebe geht durch den Magen“. Sind wir ängstlich, haben wir „Schiss“. Wir hören auf unser „Bauchgefühl“, aber manche Entscheidungen „bereiten uns Bauchschmerzen“.

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Wie sieht eine Darm-Diät aus?

Wenn man die Darmflora ändern möchte, muss man sein Essverhalten ändern. Um das Wachstum der günstigen Bakterien zu fördern und die Darmbarriere zu stärken, sollte man regelmäßig präbiotikareiche Nahrungsmittel zu sich nehmen. Präbiotika sind z.B. enthalten in Haferflocken, Lauch, Knoblauch, Zwiebeln, Schwarzwurzel, Topinambur Spargel etc. Kartoffel, Reis und Nudeln enthalten, wenn sie nach dem Kochen abgekühlt sind, ebenfalls bestimmte Präbiotika. Kartoffel-, Reis- oder Nudelsalat sind also gute Alternativen.

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