Aktuelles Darmgesundheit

Der Darm in der Weihnachtszeit

Die Weihnachtszeit ist Magen Darm Zeit – diese Assoziation ist vielleicht nicht besonders attraktiv oder besinnlich, aber der eine oder andere konnte in der Vergangenheit bereits die Erfahrung machen, dass Advent und Weihnachten nicht nur auf die Hüften, sondern auch auf den Magen schlagen kann.

Advent – die kalorienreichste Jahreszeit

Was das Gewicht angeht, muss man hier vielleicht etwas relativieren, denn die durchschnittliche Gewichtszunahme in der Weihnachtszeit beträgt laut einer Studie nur ein halbes Kilo (was natürlich nicht bedeutet, dass Einzelne nicht auch deutlich mehr zunehmen können). Übergewicht entsteht ja bekanntlich nicht zwischen Weihnachten und Neujahr, sondern eher zwischen Neujahr und Weihnachten. Dennoch ist die Adventszeit unbestritten die kalorienreichste Jahreszeit. Bei einem Bummel über den Weihnachtsmarkt mit zwei Glühwein, einem Beutel gebrannter Mandeln und einer Currywurst nimmt man innerhalb einer Stunde mehr als 1500 Kalorien zu sich – das entspricht dem täglichen Grundumsatz einer 70 Kilo schweren Person. Bereits 3 Kokosmakronenn haben so viele Kalorien, wie ein Hamburger, 100 Gramm Stollen liefern ähnlich viel Energie wie eine Portion Nudeln mit Tomatensoße.

Abhilfe bei Sodbrennen

Und das muss selbst der stärkste Magen erst mal verdauen. Kein Wunder, wenn in dieser besinnlichen Zeit nicht nur die Kerze, sondern auch die Speiseröhre brennt. Alkohol, Gebratenes, Koffein, Schokolade und reichliches und spätes Essen am Abend lassen den Verschluss des Magens undicht werden. Saurer Magensaft fließt zurück und führt zu Sodbrennen, einer unangenehmen Reizung der Speiseröhre. Abhilfe schafft ein eher eiweißreiches, aber fettarmes Abendessen und Kaugummikauen direkt nach der Mahlzeit. Studien haben auch gezeigt, dass Sodbrennen seltener auftritt, wenn man nachts auf der linken anstatt auf der rechten Körperseite schläft. Zumindest nach einer kalorien- und alkoholreichen Weihnachtsfeier oder Silvesterparty eine sinnvolle Empfehlung.

Auf Allergen achten

Nicht immer kommen die Bauchschmerzen aber von reichlich Fett und Zucker. Besonders für Allergiker können adventliche Genüsse zum Problem werden. Wer im Frühjahr auf Hasel-, Erlen- oder Birkenpollen reagiert, dem verursachen nicht selten auch Äpfel und Haselnüsse Bauchschmerzen. Problematisch für manche Betroffenen sind auch Erdnüsse. Typisch weihnachtliche Gewürze wie Zimt, Kardamom, Anis oder Nelke in Lebkuchen und Weihnachtsplätzchen, die eigentlich die Verdauung anregen sollen, können bei Pollenallergikern genau das Gegenteil bewirken.

Apropos Plätzchen: Das schönste am Backen ist ja das Naschen vom Teig. Doch auch hier lauert adventlicher Schlamassel, wenn die verwendeten Eier nicht ganz frisch sind und der Teig womöglich länger in der gut geheizten Wohnung auf seine Verarbeitung warten muss. Eine Salmonelleninfektion kann so manche Weihnachtspläne ganz schön über den Haufen werfen.

Weihnachtsstress schädigt die Darmflora

Und wenn wir auf der Jagd nach Geschenken und dem besten Braten fürs Weihnachtsfest ins Schwitzen kommen, dann ist auch unser Darm angespannt. Studien haben gezeigt, dass sich unter Stress die Zusammensetzung der Darmbakterien verändert und die für unsere Gesundheit so wichtige Vielfalt der Keime abnimmt. Die Folgen sind nicht nur Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme, sondern die angeschlagene Darmflora sendet Alarmsignale an unser Gehirn, die uns den Stress noch stärker, belastender und unangenehmer empfinden lassen. Gerade in stressreichen Situationen ist es deshalb sinnvoll, sich besonders gut um die Mikroorganismen im Bauch zu bemühen. Joghurt, Kefir und Buttermilch entlasten nicht nur als kalorienarme Zwischenmahlzeiten unsere Verdauung, sondern liefern auch wertvolle Keime und können helfen, dem Stress besser die Stirn zu bieten. Erhielten in einer Untersuchung die Teilnehmer Joghurt mit zugesetzten probiotischen Bakterien, dann fühlen Sie sich weniger gestresst, weniger ängstlich und schliefen auch besser. Selbst die Stresshormonspiegel gingen messbar zurück.

Wenn Sie in dieser schönen Zeit nicht nur Ihrer Familie, sondern auch Ihrem Darm eine kleine Freude machen möchten, dann sorgen Sie für ausreichend Bewegung, besuchen nur jeden zweiten Tag den Weihnachtsmarkt und lassen auch mal Fünfe gerade sein. Ein Nachmittag auf der Couch mit Tee und Buch sorgt nicht nur im Kopf, sondern auch im Bauch für besinnliche Stimmung.

In diesem Sinne wünscht Ihnen

Michaela Axt-Gadermann und das Gesund mit Darm Team Frohe Weihnachten und ein glückliches 2020

Quellen

Quellen: https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/bei-stress-leidet-auch-das-mikrobiom/