Schüchtern, wild oder draufgängerisch? Eine Stuhlprobe gibt Auskunft

Wissenschaftler der Ohio State University fanden kürzlich heraus, dass auch die Darmbakterien mitmischen, wenn Kinder (und wahrscheinlich auch Erwachsene) draufgängerisch oder schüchtern, egozentrisch oder introvertiert sind. Dazu untersuchten sie die Stuhlproben von 77 Kleinkindern im Alter von 18 bis 27 Monaten.

Gleichzeitig mussten die Mütter einen Fragebogen zum Verhalten ihrer Sprösslinge ausfüllen. Das Ergebnis überrascht: Je vielfältiger die Darmflora war, desto friedlicher, weniger impulsiv, besser gelaunt und sozialer waren die Kinder. Bei Jungen ließ sich ein Zusammenhang zwischen extrovertierten Kindern und der Häufigkeiten bestimmter Mikroben im Darm (vor allem solche aus der Rikenella und Ruminococcus Familie) nachweisen.

Bei Mädchen hingegen bewirkte eine einseitige Darmbesiedelung mit vielen Rikenella-Bakterien ein eher ängstliches Verhalten verglichen mit den Mädels, deren Darmbewohner vielfältig waren. Jedoch waren die Girls mit der eher eintönigen Darmflora in der Lage, sich sehr fokussiert mit einer Sache zu beschäftigen.

Auch hier zeigt sich, dass die Darmflora auch bei uns Menschen offensichtlich das Gehirn mit formt und über die Ausschüttung von aktivierenden, beruhigenden oder glücklich machenden Botenstoffen unsere Gefühlslage und unser Temperament beeinflussen kann.

Quelle: Christian, L.M., Galley, J.D., Hade, E.M., et al (2015) Gut microbiome composition is associated with temperament during early childhood. Brain Behav Immun 45: 118-27

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