Aktuelles Darmgesundheit

Sonnenschutz verbessern durch Probiotika

Sonnenlicht lässt unsere Haut im Sieben-Meilen-Stiefel-Tempo altern. Falten und Pigmentflecken sind langfristig die typischen Erscheinungen ehemals sonnenverwöhnter Haut, denn UV-Strahlen – und nach aktuellen Erkenntnissen auch Infrarotstrahlen – schädigen das Bindegewebe und lassen Entzündungen aufflackern. Eine der wichtigsten Maßnahmen, um Schäden vorzubeugen, ist deshalb Sonnenschutz – sowohl von außen als auch von innen. Die richtige Ernährung und Probiotika verbessern den Schutz der Haut.

Lebensmittel mit „Lichtschutzfaktor“

Wer seine Haut von außen vor Lichtschäden schützen möchte, sollte von März bis Oktober täglich ein gutes Lichtschutzprodukt, das vor UVA- und UVB-Strahlen schützt, anwenden.

Doch zusätzlich gibt es noch Möglichkeiten, die Haut von innen gegen UV-Strahlen zu stärken. Den „Sonnenschutz von innen“ kann man über die Ernährung aufbauen. Grüner Tee, Tomaten und Tomatenprodukte (Tomatenmark, Tomatensaft), Möhren und Möhrensaft, Wassermelone, Pink Grapefruit sowie andere Obst- und Gemüsesorten liefern die notwendigen Schutzstoffe. Sogar dunkle Schokolade kann bei regelmäßigem Verzehr die Haut widerstandsfähiger gegen UV-Strahlen machen.

Nach drei Monaten täglichem Genuss von 20 Gramm dunkler Schokolade mit einem hohen Polyphenol-Gehalt hatte sich in einer Untersuchung die Widerstandskraft der Haut der Probanden gegen Sonnenbrand verdoppelt. Allerdings benötigt die Haut einige Wochen, um einen wirkungsvollen Schutz aufzubauen. Aber allein durch die Nahrung lässt sich ein Lichtschutzfaktor von etwa 4 erzielen. Damit werden immerhin 75 Prozent der UVB-Strahlen absorbiert.

Sonnenschutz von innen

Und auch wenn ein Lichtschutzfaktor von 4 zunächst nicht besonders hoch erscheint, hat der „Sonnenschutz von innen“ doch einige unbestrittene Vorteile, denn dieser Schutz wirkt nahtlos von Kopf bis Fuß, und er ist absolut wasserfest. Er wirkt auch dann, wenn wir beim Stadtbummel oder in der Mittagspause vergessen haben, ein Lichtschutzprodukt aufzutragen, und die „Sonnenschutzernährung“ macht gegen Sonnenallergien weniger empfindlich.

Sonnenschutz durch Probiotika

Eine weitere Lichtschutzkomponente, die wir nutzen sollten, kommt aus dem Darm. Inzwischen hat man mehrere Stämme probiotischer Bakterien untersucht, um herauszufinden, ob sie in der Lage sind, Sonnenschäden an der Haut zu verhindern oder wenigstens abzumildern und den Sonnenschutz der Haut zu erhöhen. Wenn man in Tierversuchen die schädigende Wirkung von Sonnenstrahlen überprüfen will, setzt man sehr gerne Mäuse ein, die aufgrund eines Gendefekts haarlos sind. Diese Tiere erhielten neun Tage lang entweder den Keim Bifidobacterium breve oder ein „Scheinmedikament“, ein Placebo.

Vom sechsten bis zum neunten Tag wurden die Tiere dann in einer Art „Mäusesolarium“ einer Dosis Sonnenlicht ausgesetzt. Das Ergebnis war erstaunlich: Die Haut von Mäusen, die ein paar Tage zuvor mit der Einnahme des Keims begonnen hatten, war besser mit Feuchtigkeit versorgt und trocknete durch die Sonneneinstrahlung weniger aus. Bei den Placebo-Mäusen verursachte das UV-Licht die starke Bildung freier Radikale und deutliche Schäden an Hautproteinen, während die Tiere mit dem Keimschutz das Licht ohne größere negative Auswirkungen vertrugen.

Auch mit anderen Keimstämmen, etwa Lactobacillus johnsonii oder Lactobacillus plantarum ließen sich bei den Nacktmäusen die gleichen Sonnenschutzeffekte erzielen. Lactobacillus plantarum war sogar in der Lage, bestimmte Enzyme zu hemmen, die durch UV-Strahlen aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt werden und dann anfangen, Kollagenfasern zu zerstören. Und noch etwas Tolles kam dabei heraus: Mäuse, die regelmäßig unter dem Solarium „brutzeln“ mussten, aber gleichzeitig L. plantarum erhielten, entwickelten weniger Falten. Die Mäuse erhielten die Keimdosis eine Stunde bevor sie der Sonne ausgesetzt wurden.

Wirkung von Probiotika auch am Menschen bestätigt

Diese Untersuchung weist deutlich darauf hin, dass die Gabe von Probiotika Schäden, die durch UV-Strahlen verursacht werden, zumindest teilweise verhindern kann. Doch nicht nur Mäusen, auch uns Menschen hilft die Darmflora, mit heiler Haut davonzukommen. Im Rahmen einer Studie erhielten gesunde Frauen zehn Wochen lang das Probiotikum Lactobacillus johnsonii sowie niedrig dosiertes Betakarotin. Beim anschließenden UV-Licht-Test war wiederum die „Keim-plus-Vitamin-Gruppe“ besser geschützt.

Im Unterschied zum Placebo konnten die Milchsäurebakterien negative Veränderungen im hauteigenen Immunsystem (Abnahme der Langerhanszellen) verringern und die Wiederherstellung der alten Stärke der Abwehrkräfte beschleunigen. Auch die Lichtempfindlichkeit (MED, „Minimale Erythem-Dosis“, die Minimaldosis an Sonnenstrahlung für einen Menschen, bis er eine Hautrötung bekommt) sank um 20 Prozent in der Gruppe, deren Mitglieder die Bakterien erhielten.

Eine kleine Kritik an dieser Studie gibt es jedoch: Auch von Betakarotin wissen wir, dass es die Lichtempfindlichkeit der Haut senken kann. Deshalb lässt sich durch die gleichzeitige Gabe von Bakterien und Vitaminen in ein- und derselben Untersuchung nicht sicher differenzieren, welche Effekte dem Milchsäurebakterium und welche dem Betakarotin zugeschrieben werden können.

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Feuchtigkeitsversorgung der Haut

Doch in einer anderen Studie, die wirklich allen Anforderungen an ein gutes Studiendesign entsprach und deshalb als besonders aussagekräftig gelten kann, ließ sich die positive Wirkung von L. plantarum bestätigen. Man verabreichte man 110 Testpersonen im Alter zwischen 41 und 59 Jahren insgesamt drei Monate lang Lactobacillus plantarum oder ein Placebo. Die Feuchtigkeitsversorgung der Haut wurde alle vier Wochen gemessen, ebenso die Hautelastizität, die Strahlkraft der Haut sowie Tiefe und Ausprägung der Falten. Das Ergebnis erfreut alle Menschen jenseits des 40. Geburtstags: Die Feuchtigkeitsversorgung der Haut verbesserte sich deutlich, die Hautelastizität stieg bereits nach vier Wochen um 13 Prozent und nach zwölf Wochen um 22 Prozent an, und – jetzt kommt das Beste: Nach zwölf Wochen hatten die Teilnehmer messbar weniger Falten, während die Mitglieder der Placebo-Gruppe keine Veränderungen feststellen konnten.

Diese Ergebnisse deuten alle darauf hin, dass man allein durch die Einnahme bestimmter Probotika die negativen Effekte des Sonnenlichts auf die Haut abschwächen und einen Sonnenschutz aufbauen kann und sich die Hautalterung nicht nur verzögern, sondern in Teilen sogar rückgängig machen lässt. Auch wer unter einer sogenannten Sonnenallergie leidet, sollte ausprobieren, ob nicht die regelmäßige Einnahme eines Probiotikums (mindestens vier Wochen vor Urlaubsbeginn) mit den hier aufgeführten Bakterienstämmen Linderung bringt.

Natürlich ersetzt dieser „Lichtschutz von innen“ nicht die Sonnencreme, aber er bildet eine sehr gute Ergänzung dazu.

Literatur

Guéniche, A., Benyacoub, J., Buetler, T. M. et al. (2006) Supplementation with oral probiotic bacteria maintains cutaneous immune homeostasis after UV exposure. Eur J Dermatol. 16(5):511-7 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18693151/

Ishii, Y., Sugimoto, S. et al (2014) Oral administration of Bifidobacterium breve attenuates UV-induced barrier perturbation and oxidative stress in hairless mice skin. Arch Dermatol Res. 305: 467–473 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23126293/

Kim, H.M., Lee, D.E., Park, S.D. et al (2014) Oral administration of Lactobacillus plantarum HY7714 protects hairless mouse against ultraviolet B-induced photoaging. Journal of Microbiology and Biotechnology, 24(11), 1583-1591 file:///C:/Users/praeventis.med/Downloads/E1MBA4_2014_v24n11_1583.pdf

Lee, D. E., Huh, C.S., Ra, J, et al. (2015) Clinical Evidence of Effects of Lactobacillus plantarum HY7714 on Skin Aging: A Randomized, Double Blind, Placebo-Controlled Study. Microbiol Biotechnol. 25(12):2160-8 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26428734/