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	<title>Reizdarm Archive - Gesund mit Darm</title>
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		<title>Bei Reizdarm hilft FODMAP arme Ernährung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lilemira]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Oct 2019 14:40:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles Darmgesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Darmflora]]></category>
		<category><![CDATA[FODMAP]]></category>
		<category><![CDATA[Reizdarm]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aktuelle Studien zeigen, dass sich Reizdarmbeschwerden deutlich bessern, wenn bestimmte Nahrungsmittel, die zur FODMAP Gruppe gehören, vom Speiseplan gestrichen werden. Das aktuelle Buch der Ernährungsexpertin Dominika Králová unterstützt mit Tipps und Rezepten alle „sensiblen Bäuche“ und gibt Orientierung bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Der übersensible Darm Schmerzen, Blähungen, Verstopfung oder Völlegefühl – der Reizdarm kann sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise bemerkbar machen. Das Problem: Trotz Ultraschall, Darmspiegelungen und Laboranalysen liegen die Ursachen häufig im Dunkeln. Wird keine konkrete Ursache für die Beschwerden gefunden, dann spricht man vom Reizdarmsyndrom. Doch inzwischen verdichten sich die Hinweise, dass zwei Faktoren entscheidend sind: Eine Störung der Darmflora und eine Sensibilität auf verschiedene Nahrungsmittelbestandteile. Rund 60 Prozent der Betroffenen können bestimmte Kohlenhydrate nur eingeschränkt resorbieren oder reagieren überempfindlich auf Fruchtzucker und den Zuckeraustauschstoff Sorbitol. Gleichzeitig besteht eine erhöhte Empfindlichkeit des Darms gegenüber ganz normalen Reizen, die Gesunden keinerlei Beschwerden verursachen. Der Reizdarm ist quasi die Mimose unter den Därmen. FODMAP arme Ernährung hilfreich „Insbesondere bei der Therapie des Reizdarms gewinnt die so genannte FODMAP-arme Ernährung zunehmend an Bedeutung“, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin Dominika Králová, Bamberg. FODMAP ist die Abkürzung für „fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole“. Darunter versteht man laut der Expertin kurzkettige, kleine Kohlenhydrate und Zuckeralkohole, die schlecht im Dünndarm aufgenommen werden. Dadurch gelangen sie unverdaut in den Dickdarm und werden dort von der Darmflora vergoren. Bei Gärungsprozessen entstehen Gase und die führen zu Blähungen, Völlegefühl, Durchfall und verursachen Schmerzen durch eine starke Dehnung des Darms. Ist die FODMAP arme Ernährung schwierig durchzuhalten? Eine FODMAP-arme Ernährung bei Reizdarm erfordert zumindest ein Umdenken. Králová gibt zu bedenken, dass viele industriell hergestellte Lebensmittel versteckte FODMAPs enthalten. „Schauen Sie mal auf die Zutatenliste von Ketchup. Da sind oft viele FODMAPS drin.“ Auch Süßstoffe wie Isomalt, Maltit, Mannitol, Sorbit und Xylit, die in vielen Softdrinks, Kaugummis und Fertiggerichten enthalten sind, sollten gemieden werden. Zunächst ist es also notwendig, mit etwas Geduld liebgewonnene Essgewohnheiten zu überprüfen und zu ändern. Die gute Nachricht: „Die strenge, restriktive Phase, in der alle FODMAPS weggelassen werden, sollte zwei bis sechs Wochen dauern“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin. „Danach beginnt die Re-Exposition, in der die Lebensmittel schrittweise wieder eingeführt werden und die Toleranzgrenze getestet wird.“ Ideal ist es, sich in dieser Phase von einem Ernährungsberater begleiten zu lassen. Nahrungsmittel mit hohem und niedrigem FODMAP-Gehalt Weitere hilfreiche Informationen liefert das Buch „Sensible Bäuche essen anders“ (München, SÜD WEST Verlag), aus dem auch die Tabelle entnommen wurde .</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://schlank-mit-darm.de/bei-reizdarm-hilft-fodmap-arme-ernaehrung/">Bei Reizdarm hilft FODMAP arme Ernährung</a> erschien zuerst auf <a href="https://schlank-mit-darm.de">Gesund mit Darm</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Aktuelle Studien zeigen, dass sich Reizdarmbeschwerden deutlich bessern, wenn bestimmte Nahrungsmittel, die zur FODMAP Gruppe gehören, vom Speiseplan gestrichen werden. Das aktuelle Buch der Ernährungsexpertin Dominika Králová unterstützt mit Tipps und Rezepten alle „sensiblen Bäuche“ und gibt Orientierung bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten.</p>



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<h4 class="has-text-align-center wp-block-heading">Der übersensible Darm</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Schmerzen, Blähungen, Verstopfung oder Völlegefühl – der Reizdarm kann sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise bemerkbar machen. Das Problem: Trotz Ultraschall, Darmspiegelungen und Laboranalysen liegen die Ursachen häufig im Dunkeln. Wird keine konkrete Ursache für die Beschwerden gefunden, dann spricht man vom <a href="https://schlank-mit-darm.de/veraenderte-darmflora-schuld-am-reizdarm/">Reizdarmsyndrom</a>. Doch inzwischen verdichten sich die Hinweise, dass zwei Faktoren entscheidend sind: Eine Störung der <a href="https://natuerlich-schoene-haut.de/strahlend-aussehen-mit-einer-gesunden-darmflora/">Darmflora</a> und eine Sensibilität auf verschiedene Nahrungsmittelbestandteile. Rund 60 Prozent der Betroffenen können bestimmte Kohlenhydrate nur eingeschränkt resorbieren oder reagieren überempfindlich auf Fruchtzucker und den Zuckeraustauschstoff Sorbitol. Gleichzeitig besteht eine erhöhte Empfindlichkeit des Darms gegenüber ganz normalen Reizen, die Gesunden keinerlei Beschwerden verursachen. Der Reizdarm ist quasi die Mimose unter den Därmen. </p>



<h4 class="has-text-align-center wp-block-heading">FODMAP arme Ernährung hilfreich</h4>



<p class="wp-block-paragraph">„Insbesondere bei der Therapie des Reizdarms gewinnt die so
genannte FODMAP-arme Ernährung zunehmend an Bedeutung“, erklärt die
Ernährungswissenschaftlerin Dominika Králová, Bamberg. FODMAP ist die Abkürzung
für „fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole“. Darunter
versteht man laut der Expertin kurzkettige, kleine Kohlenhydrate und
Zuckeralkohole, die schlecht im Dünndarm aufgenommen werden. Dadurch gelangen
sie unverdaut in den Dickdarm und werden dort von der Darmflora vergoren. Bei
Gärungsprozessen entstehen Gase und die führen zu Blähungen, Völlegefühl,
Durchfall und verursachen Schmerzen durch eine starke Dehnung des Darms.</p>



<h4 class="has-text-align-center wp-block-heading">Ist die FODMAP arme Ernährung schwierig durchzuhalten? </h4>



<p class="wp-block-paragraph">Eine FODMAP-arme Ernährung bei Reizdarm erfordert zumindest
ein Umdenken. Králová gibt zu bedenken, dass viele industriell hergestellte
Lebensmittel versteckte FODMAPs enthalten. „Schauen Sie mal auf die
Zutatenliste von Ketchup. Da sind oft viele FODMAPS drin.“ Auch Süßstoffe wie
Isomalt, Maltit, Mannitol, Sorbit und Xylit, die in vielen Softdrinks,
Kaugummis und Fertiggerichten enthalten sind, sollten gemieden werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst ist es also notwendig, mit etwas Geduld liebgewonnene
Essgewohnheiten zu überprüfen und zu ändern. Die gute Nachricht: „Die strenge,
restriktive Phase, in der alle FODMAPS weggelassen werden, sollte zwei bis
sechs Wochen dauern“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin. „Danach beginnt die
Re-Exposition, in der die Lebensmittel schrittweise wieder eingeführt werden
und die Toleranzgrenze getestet wird.“ Ideal ist es, sich in dieser Phase von
einem Ernährungsberater begleiten zu lassen. </p>



<h4 class="has-text-align-center wp-block-heading">Nahrungsmittel mit hohem und niedrigem FODMAP-Gehalt </h4>



<figure class="wp-block-image"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="364" height="362" src="https://schlank-mit-darm.de/wp-content/uploads/2019/10/image.png" alt="" class="wp-image-1063" srcset="https://schlank-mit-darm.de/wp-content/uploads/2019/10/image.png 364w, https://schlank-mit-darm.de/wp-content/uploads/2019/10/image-150x150.png 150w, https://schlank-mit-darm.de/wp-content/uploads/2019/10/image-300x298.png 300w, https://schlank-mit-darm.de/wp-content/uploads/2019/10/image-75x75.png 75w" sizes="(max-width: 364px) 100vw, 364px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"> Weitere hilfreiche Informationen liefert das Buch „Sensible Bäuche essen anders“ (München, SÜD WEST Verlag), aus dem auch die Tabelle entnommen wurde .</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://schlank-mit-darm.de/bei-reizdarm-hilft-fodmap-arme-ernaehrung/">Bei Reizdarm hilft FODMAP arme Ernährung</a> erschien zuerst auf <a href="https://schlank-mit-darm.de">Gesund mit Darm</a>.</p>
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		<title>Veränderte Darmflora Schuld am Reizdarm?</title>
		<link>https://schlank-mit-darm.de/veraenderte-darmflora-schuld-am-reizdarm/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilemira]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Oct 2019 14:22:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles Darmgesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Depressionen]]></category>
		<category><![CDATA[Reizdarm]]></category>
		<category><![CDATA[stress]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Völlegefühl und Bauchschmerzen&#160;– ein Reizdarm kann den Betroffenen das Leben zur Hölle machen. Da nutzt es wenig, wenn die Ärzte versichern, dass diese Erkrankung nicht gefährlich oder lebensbedrohlich ist. Oft geht eine Darminfektion und eine Störung der Darmflora dem Reizdarmsyndrom voraus. Depressionen und Ängste durch Störungen der Darmflora Etwa 10 Prozent aller Menschen leiden unter diesen Darmbeschwerden. Die meisten haben schon eine Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich: Magenspiegelung, Ultraschall, Darmspiegelung – alles erscheint unauffällig. Oft wird das Reizdarmsyndrom deshalb als ein rein psychisches Problem abgetan, vor allem, weil die Patienten gleichzeitig besonders häufig ängstlich oder depressiv erscheinen. Gerade beim Reizdarmsyndrom zeigt sich aber, wie eng Kopf und Bauch verbunden sind. Auffallend häufig gehen nämlich psychische Erkrankungen mit Magen-Darm-Beschwerden einher. Leider misst man dem Grummeln im Darm&#160;– ganz anders als dem plötzlich veränderten Verhalten der Betroffenen&#160;– nur wenig Bedeutung zu. Erst seit Kurzem denkt man darüber nach, ob vielleicht der aufgewühlte Darm für die aufgewühlte Psyche verantwortlich sein könnte. Demnach wären die Darmprobleme nicht die Folge, sondern wahrscheinlich die Ursache der begleitenden Ängste und Depressionen. Denn nicht nur die Nervenzellen im Gehirn empfangen die Morsesignale aus dem Gedärm. Auch das Darmnervensystem besitzt zahlreiche Chemorezeptoren, die die Botenstoffe der Darmbakterien erkennen und in entsprechende Signale und Botschaften „übersetzen“ können. Kürzlich stellte sich heraus, dass bestimmte beruhigende Synapsen im Bauchhirn nur dann reagieren, wenn das Gedärm von gutmütigen Keimen besiedelt wird. Stress verursacht Darmbeschwerden Untersuchungen an Ratten zeigen, was unter Stress passiert: Lässt man sie nur lange genug auf ihrer kleinen Insel im großen Wassergefäß hocken, entwickeln sie ähnliche Symptome wie Reizdarmpatienten. Die Darmbarriere schwächelt, Entzündungsstoffe werden vermehrt produziert und bei den Ratten steigt die Schmerzempfindlichkeit des Darms durch die Entzündungen deutlich an. Die Darmnerven reagieren mit unangemessen starken Schmerzen auf kleine Reize, die die Nerven Darmgesunder ohne Weiteres tolerieren würden. Auch bei Reizdarmpatienten scheint die die Kommunikation zwischen Gehirn und Verdauungssystem durcheinandergekommen zu sein. Offensichtlich schickt der Darm falsche Informationen an die grauen Zellen, denn die Nervenzellen des gereizten Darms sind viel aktiver und reagieren sehr viel sensibler, geradezu mimosenhaft auf verschiedene Einflüsse. Darminfekt als Auslöser des Reizdarms? Seit einiger Zeit vermutet man, dass viele Betroffene vor dem ersten Auftreten der Erkrankung an einem Darminfekt litten und dieser die Misere in Gang gesetzt hat. Ein Zufall brachte die Mediziner auf die Spur: Im Jahr 2000 erkrankten von den rund 4.000 Einwohnern des kanadischen Ortes Walkerton 1368 an einer Durchfallerkrankung, ausgelöst durch Salmonellen im Trinkwasser. Zwei Jahre später litt noch ein Drittel der ehemals Erkrankten unter typischen Reizdarmbeschwerden, während von der übrigen, nicht infizierten Bevölkerung nur weniger als jeder Zehnte Darmprobleme hatte. Auch in einem Altersheim erkrankten fast 40 Bewohner an einer Salmonelleninfektion. Obwohl alle diesen Infekt gut überstanden hatten, nach einiger Zeit bei keinem mehr Salmonellen im Stuhl nachgewiesen werden konnten und keiner der Betroffenen vor dem Infekt unter Magen-Darm-Beschwerden gelitten hatte, klagte auch hier jeder Dritte noch ein Jahr später über typische „Reizdarmsymptome“. Veränderte Darmflora bei Reizdarm Eine Infektion wirbelt das empfindliche Gleichgewicht der Darmkeime offensichtlich ordentlich durcheinander. Häufig werden die Karten für die angestammten Bakterien bei einem solchen Ereignis neu gemischt und plötzlich haben andere Keimstämme das Sagen. Dazu passt die Entdeckung, dass sich auch das Mikrobengemisch bei Patienten mit Reizdarmsyndrom deutlich von dem Gesunder unterscheidet. Forscher vom Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles stellten fest, dass sich bei Patienten mit Reizdarmsyndrom bestimmte Bakteriengruppen besonders stark vermehren. Bei mehr als einem Drittel der Betroffenen ließ sich dieser Befund nachweisen, besonders häufig dann, wenn Durchfall ein vorherrschendes Symptom war. Mark Pimentel, der Leiter des Zentrums, empfiehlt, die wuchernden Bakterien mit einem speziellen Antibiotikum in die Schranken zu weisen. Der Wirkstoff Rifaximin wirkt ausschließlich im Darm und wird nicht ins Blut aufgenommen. Hier vor Ort reduziert er aber wirkungsvoll die Übeltäter, die für den Reizdarm verantwortlich sind und den Darm in helle Aufregung versetzen. Erfreulicherweise scheint der Effekt auch lange nach dem Absetzen des Antibiotikums anzuhalten. Doch bevor man zur antibiotischen Keule greift und neben den Reizdarmkeimen auch die vielen Schutzkeime zerstört, ist ein Versuch mit probiotischen Bakterienstämmen sinnvoll. Die meisten können Sie als Präparate in der Apotheke oder im Internet kaufen. Diese Probiotika sind hilfreich bei Reizdarm und werden teilweise auch in den offiziellen Leitlinien zur Reizdarmtherapie erwähnt: Verschiedene Lactobacillus-Stämme (L. plantarum, L. rhamnosus, L. casei), Bifidobakterien (z.B. B. infantis, B. animalis, B. breve) und andere Keime wie Streptococcus faecium und Escherichia coli Nissl Ausführliche Informationen Quellen Probiotika: Leitlinien sprechen Empfehlung aus https://magendarm-zentrum.de/images/dokumente/publikationen/reizmagendarmsyndrom/leitlinie-reizdarm-und-probiotika.pdf Werlang ME, Palmer WC, Lacy BE (2019) Irritable Bowel Syndrome and Dietary Interventions. Gastroenterol Hepatol (N Y). 15(1): 16–26 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6423692/</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://schlank-mit-darm.de/veraenderte-darmflora-schuld-am-reizdarm/">Veränderte Darmflora Schuld am Reizdarm?</a> erschien zuerst auf <a href="https://schlank-mit-darm.de">Gesund mit Darm</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Völlegefühl und Bauchschmerzen&nbsp;– ein Reizdarm kann den Betroffenen das Leben zur Hölle machen. Da nutzt es wenig, wenn die Ärzte versichern, dass diese Erkrankung nicht gefährlich oder lebensbedrohlich ist. Oft geht eine Darminfektion und eine Störung der Darmflora dem Reizdarmsyndrom voraus.</p>



<h4 class="has-text-align-center wp-block-heading">Depressionen und Ängste durch Störungen der Darmflora </h4>



<p class="wp-block-paragraph">Etwa 10 Prozent aller Menschen leiden unter diesen
Darmbeschwerden. Die meisten haben schon eine Odyssee von Arzt zu Arzt hinter
sich: Magenspiegelung, Ultraschall, Darmspiegelung – alles erscheint
unauffällig. Oft wird das Reizdarmsyndrom deshalb als ein rein psychisches
Problem abgetan, vor allem, weil die Patienten gleichzeitig besonders häufig
ängstlich oder depressiv erscheinen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade beim Reizdarmsyndrom zeigt sich aber, wie eng Kopf
und Bauch verbunden sind. Auffallend häufig gehen nämlich psychische
Erkrankungen mit Magen-Darm-Beschwerden einher. Leider misst man dem Grummeln
im Darm&nbsp;– ganz anders als dem plötzlich veränderten Verhalten der
Betroffenen&nbsp;– nur wenig Bedeutung zu. Erst seit Kurzem denkt man darüber
nach, ob vielleicht der aufgewühlte Darm für die aufgewühlte Psyche
verantwortlich sein könnte. Demnach wären die Darmprobleme nicht die Folge,
sondern wahrscheinlich die Ursache der begleitenden Ängste und Depressionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn nicht nur die Nervenzellen im Gehirn empfangen die Morsesignale aus dem Gedärm. Auch das Darmnervensystem besitzt zahlreiche Chemorezeptoren, die die Botenstoffe der <a href="https://schlank-mit-darm.de/bluthochdruck-durch-die-falschen-darmbakterien/">Darmbakterien</a> erkennen und in entsprechende Signale und Botschaften „übersetzen“ können. Kürzlich stellte sich heraus, dass bestimmte beruhigende Synapsen im Bauchhirn nur dann reagieren, wenn das Gedärm von gutmütigen Keimen besiedelt wird.</p>



<h4 class="has-text-align-center wp-block-heading">Stress verursacht Darmbeschwerden</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Untersuchungen an Ratten zeigen, was unter Stress passiert:
Lässt man sie nur lange genug auf ihrer kleinen Insel im großen Wassergefäß
hocken, entwickeln sie ähnliche Symptome wie Reizdarmpatienten. Die
Darmbarriere schwächelt, Entzündungsstoffe werden vermehrt produziert und bei
den Ratten steigt die Schmerzempfindlichkeit des Darms durch die Entzündungen
deutlich an. Die Darmnerven reagieren mit unangemessen starken Schmerzen auf
kleine Reize, die die Nerven Darmgesunder ohne Weiteres tolerieren würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei Reizdarmpatienten scheint die die Kommunikation
zwischen Gehirn und Verdauungssystem durcheinandergekommen zu sein.
Offensichtlich schickt der Darm falsche Informationen an die grauen Zellen,
denn die Nervenzellen des gereizten Darms sind viel aktiver und reagieren sehr
viel sensibler, geradezu mimosenhaft auf verschiedene Einflüsse.</p>



<h4 class="has-text-align-center wp-block-heading">Darminfekt als Auslöser des Reizdarms?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Seit einiger Zeit vermutet man, dass viele Betroffene vor
dem ersten Auftreten der Erkrankung an einem Darminfekt litten und dieser die
Misere in Gang gesetzt hat. Ein Zufall brachte die Mediziner auf die Spur: Im
Jahr 2000 erkrankten von den rund 4.000 Einwohnern des kanadischen Ortes
Walkerton 1368 an einer Durchfallerkrankung, ausgelöst durch Salmonellen im
Trinkwasser. Zwei Jahre später litt noch ein Drittel der ehemals Erkrankten
unter typischen Reizdarmbeschwerden, während von der übrigen, nicht infizierten
Bevölkerung nur weniger als jeder Zehnte Darmprobleme hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in einem Altersheim erkrankten fast 40 Bewohner an
einer Salmonelleninfektion. Obwohl alle diesen Infekt gut überstanden hatten,
nach einiger Zeit bei keinem mehr Salmonellen im Stuhl nachgewiesen werden
konnten und keiner der Betroffenen vor dem Infekt unter Magen-Darm-Beschwerden
gelitten hatte, klagte auch hier jeder Dritte noch ein Jahr später über typische
„Reizdarmsymptome“.</p>



<h4 class="has-text-align-center wp-block-heading">Veränderte Darmflora bei Reizdarm</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Infektion wirbelt das empfindliche Gleichgewicht der
Darmkeime offensichtlich ordentlich durcheinander. Häufig werden die Karten für
die angestammten Bakterien bei einem solchen Ereignis neu gemischt und
plötzlich haben andere Keimstämme das Sagen. Dazu passt die Entdeckung, dass
sich auch das Mikrobengemisch bei Patienten mit Reizdarmsyndrom deutlich von
dem Gesunder unterscheidet. Forscher vom Cedars-Sinai Medical Center in Los
Angeles stellten fest, dass sich bei Patienten mit Reizdarmsyndrom bestimmte
Bakteriengruppen besonders stark vermehren. Bei mehr als einem Drittel der
Betroffenen ließ sich dieser Befund nachweisen, besonders häufig dann, wenn
Durchfall ein vorherrschendes Symptom war. Mark Pimentel, der Leiter des
Zentrums, empfiehlt, die wuchernden Bakterien mit einem speziellen Antibiotikum
in die Schranken zu weisen. Der Wirkstoff Rifaximin wirkt ausschließlich im
Darm und wird nicht ins Blut aufgenommen. Hier vor Ort reduziert er aber wirkungsvoll
die Übeltäter, die für den Reizdarm verantwortlich sind und den Darm in helle
Aufregung versetzen. Erfreulicherweise scheint der Effekt auch lange nach dem
Absetzen des Antibiotikums anzuhalten. Doch bevor man zur antibiotischen Keule
greift und neben den Reizdarmkeimen auch die vielen Schutzkeime zerstört, ist
ein Versuch mit probiotischen Bakterienstämmen sinnvoll. Die meisten können Sie
als Präparate in der Apotheke oder im Internet kaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Probiotika sind hilfreich bei Reizdarm und werden teilweise auch in den offiziellen Leitlinien zur Reizdarmtherapie erwähnt: Verschiedene Lactobacillus-Stämme (L. plantarum, L. rhamnosus, L. casei), Bifidobakterien (z.B. B. infantis, B. animalis, B. breve) und andere Keime wie Streptococcus faecium und Escherichia coli Nissl</p>



<h4 class="has-text-align-center wp-block-heading">Ausführliche Informationen</h4>



<h4 class="wp-block-heading">Quellen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Probiotika: Leitlinien sprechen Empfehlung aus <a href="https://magendarm-zentrum.de/images/dokumente/publikationen/reizmagendarmsyndrom/leitlinie-reizdarm-und-probiotika.pdf">https://magendarm-zentrum.de/images/dokumente/publikationen/reizmagendarmsyndrom/leitlinie-reizdarm-und-probiotika.pdf</a>
 </p>



<p class="wp-block-paragraph">Werlang ME, Palmer WC, Lacy BE (2019) Irritable Bowel
Syndrome and Dietary Interventions. Gastroenterol Hepatol (N Y). 15(1): 16–26 <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6423692/">https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6423692/</a>
</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://schlank-mit-darm.de/veraenderte-darmflora-schuld-am-reizdarm/">Veränderte Darmflora Schuld am Reizdarm?</a> erschien zuerst auf <a href="https://schlank-mit-darm.de">Gesund mit Darm</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Darmbakterien und Probiotika – neue Erkenntnisse, neue Behandlungsmöglichkeiten!</title>
		<link>https://schlank-mit-darm.de/darmbakterien-und-probiotika-neue-erkenntnisse-neue-behandlungsmoeglichkeiten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilemira]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Mar 2017 10:18:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles Darmgesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Adipositas]]></category>
		<category><![CDATA[Bakterien]]></category>
		<category><![CDATA[Darm]]></category>
		<category><![CDATA[Reizdarm]]></category>
		<category><![CDATA[Volkskrankheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Zu lange wurde das gesundheitliche Potenzial unseres Darms nicht realisiert. Gerade in jüngster Zeit hat die Wissenschaft viele neue Erkenntnisse gewonnen, die beweisen, wie wichtig die Interaktion von Mikroflora, Probiotika und Darmschleimhaut für unsere Gesundheit ist. Wir sind der Überzeugung, dass die Forschung jetzt so gesichert ist, dass sie für medizinische Praktiker und Öffentlichkeit relevant ist.“, so Prof. Stephan C. Bischoff, Vorsitzender der DGMIM. Mikrobiota und darmassoziiertes Immunsystem –  Schlüssel für viele „Volkskrankheiten“?! Immer mehr Details zu den Zusammenhängen von Mikrobiota und mukosalem Immunsystem werden erforscht. Die bakterielle Artenvielfalt im Darm unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. So unterschiedlich die Bakterienauswahl im Darm ist, einen gemeinsamen Nenner gibt es: das Core-Mikrobiom – Bakteriengene, welche unabhängig zur Zugehörigkeit zu einer gewissen Bakterienart in allen Darmmikroben dominant und für Stoffwechselfunktionen nötig sind. Dieser genetische „Core“ (engl. für Kern) übernimmt für den Menschen wichtige Aufgaben, wie die Aufspaltung von Nährstoffen, zum Beispiel bei komplexen pflanzlichen Kohlenhydraten, für deren Aufspaltung dem Menschen selbst die entsprechenden Enzyme fehlen. Die Darmflora ist somit ein wichtiger Faktor für den menschlichen Metabolismus. Darüber hinaus lassen sich drei Enterotypen erkennen: der  Bacteroides-, der Prevotella- und der Ruminokokken-dominierte Typ. Warum sich bestimmte Bakteriengattungen vermehrt im Darm ansiedeln, ist noch nicht eindeutig zu sagen. Unterschiedliche Bakterien haben spezifische Eigenschaften und Fähigkeiten. Bakterien der Gattung Bacteroides können beispielsweise vor allem die Vitamine C, B2, Pantothensäure und Biotin herstellen. Prevotella dagegen überwiegend Vitamin B1 und Folsäure. Der Schluss liegt nahe, dass der Enterotyp deshalb die Vitamin-Versorgung des Körpers beeinflusst. Welche gesundheitlichen Konsequenzen sich daraus genau ergeben, muss weiter erforscht werden. Weitere spannende Fragen sind offen: Bedingen die Enzyme der Bacteroide zum Beispiel, dass ein Mensch ein guter „Futterverwerter“ ist, da diese komplexe Kohlenhydrate besser aufspalten? Erhöhen Prevotella die Neigung zum Reizdarmsyndrom, da sie den Mukus zersetzen? Fördert Ruminoccocus die Absorption von Glukose und beeinflusst dadurch den Blutzuckerspiegel? Inwieweit also der Bakterien-Enterotyp über die Gesundheit des Wirtes entscheidet, ist ein höchst spannender und zukunftsweisender Forschungsbereich. Wissenschaftler hoffen, dass es in Zukunft möglich sein wird, die drei Enterotypen durch gezielte Diäten, zum Beispiel durch die Gabe bestimmter Probiotika, beeinflussen zu können. Ein wissenschaftlicher Durchbruch auf diesem Gebiet hätte eine immense Tragweite: Ob Adipositas oder Diabetes, Arteriosklerose oder Rheuma, Autismus oder Depression – bei all diesen Krankheitsbildern, gibt es Hinweise, dass Darmbakterien bei der Entstehung bzw. bei Prävention und Therapie eine Rolle spielen könnten. Adipositas „Für etwa 10% der Energieaufnahme sind die im Darm angesiedelten Bakterienstämme verantwortlich. Das reicht aus, um Dicke zu Dünnen zu machen und Dünne zu Dicken.“, so Prof. Bischoff. Die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Mikrobiota im Darm bieten vielversprechende Ansätze im Kampf gegen Adipositas und die damit assoziierten Folgeerkrankungen, wie Diabetes mellitus Typ 2, kardiovaskuläre Erkrankungen und Fettstoffwechselstörungen. Neben Überernährung und Bewegungsmangel – den Hauptursachen für die Entstehung der Fettsucht – rückt jetzt verstärkt der Darm und seine Flora ins Blickfeld. Zum einen gibt es in der Flora von Übergewichtigen mehr Enzyme, die Stärke und andere Polysaccharide spalten. Diese Änderung des metabolischen Potenzials bewirkt, dass mehr Energie aus der Nahrung gewonnen werden kann. Zum anderen gehen sowohl Adipositas als auch Adipositas-assoziierte Erkrankungen mit einer subklinischen Entzündung einher. Diese hat ihre Ursache in einer gestörten Darmbarriere, die es pathogenen Keimen ermöglicht, durch die Darmwand zu dringen. Im Körper lösen sie dann eine Entzündung aus. Das Funktionieren der Darmbarriere wird wiederum stark von der Darmflora beeinflusst. Ist die Darmflora gestört, kann die Darmbarriere nicht richtig funktionieren. Somit stellen die bakterielle Darmflora und die gastrointestinale Barriere einen wichtigen Ansatzpunkt für innovative Therapieansätze zur Behandlung der Adipositas und Adipositas-assoziierter Folgeerkrankungen dar. Der Verzehr von bestimmten Prä- und Probiotika kann die Zusammensetzung der Darmflora modulieren. In Zukunft wird es vielleicht möglich sein, Adipositas und ihren Folgen durch den gezielten Einsatz von Probiotika entgegenzuwirken. Reizdarmsyndrom Nach aktuellem Wissensstand sind 10-20% der Bevölkerung vom Reizdarmsyndrom RDS betroffen, wobei mehr Frauen als Männer unter ihm leiden. Damit ist RDS eine der häufigsten chronischen gastrointestinalen Erkrankungen. Umso bedeutender ist die aktuell erschienene Leitlinie Reizdarmsyndrom, herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM). Sie definiert die Kriterien für die Erkrankung neu und gibt Ärzten eine genaue Handlungsempfehlung bei der Diagnose und Therapie. Erstmalig empfiehlt die neue Leitlinie die Gabe von Probiotika als eine evidenzbasierte Therapieoption bei RDS. Den positiven Effekt unterstrich auch Prof. Eduard Stange auf der Fortbildungsveranstaltung der DGMIM: „Es ist keine Frage mehr, dass Probiotika beim Reizdarm wirken.“ Aktuellen Studien zufolge liegt beim Reizdarmsyndrom oft eine veränderte Zusammensetzung der Darmflora vor. Probiotika &#8211; definierte lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge in aktiver Form in den Darm gelangen &#8211; können diese Störung positiv beeinflussen. Dies haben mehrere randomisierte kontrollierte Studien nachgewiesen. Quelle: www.dgmim.de</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>„Zu lange wurde das gesundheitliche Potenzial unseres Darms nicht realisiert. Gerade in jüngster Zeit hat die Wissenschaft viele neue Erkenntnisse gewonnen, die beweisen, wie wichtig die Interaktion von Mikroflora, Probiotika und Darmschleimhaut für unsere Gesundheit ist. Wir sind der Überzeugung, dass die Forschung jetzt so gesichert ist, dass sie für medizinische Praktiker und Öffentlichkeit relevant ist.“, so Prof. Stephan C. Bischoff, Vorsitzender der DGMIM.</p>
<h3><span id="more-180"></span>Mikrobiota und darmassoziiertes Immunsystem –  Schlüssel für viele „Volkskrankheiten“?!</h3>
<p>Immer mehr Details zu den Zusammenhängen von Mikrobiota und mukosalem Immunsystem werden erforscht. Die bakterielle Artenvielfalt im Darm unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. So unterschiedlich die Bakterienauswahl im Darm ist, einen gemeinsamen Nenner gibt es: das Core-Mikrobiom – Bakteriengene, welche unabhängig zur Zugehörigkeit zu einer gewissen Bakterienart in allen Darmmikroben dominant und für Stoffwechselfunktionen nötig sind. Dieser genetische „Core“ (engl. für Kern) übernimmt für den Menschen wichtige Aufgaben, wie die Aufspaltung von Nährstoffen, zum Beispiel bei komplexen pflanzlichen Kohlenhydraten, für deren Aufspaltung dem Menschen selbst die entsprechenden Enzyme fehlen. Die Darmflora ist somit ein wichtiger Faktor für den menschlichen Metabolismus. Darüber hinaus lassen sich drei Enterotypen erkennen: der  Bacteroides-, der Prevotella- und der Ruminokokken-dominierte Typ. Warum sich bestimmte Bakteriengattungen vermehrt im Darm ansiedeln, ist noch nicht eindeutig zu sagen. Unterschiedliche Bakterien haben spezifische Eigenschaften und Fähigkeiten. Bakterien der Gattung Bacteroides können beispielsweise vor allem die Vitamine C, B2, Pantothensäure und Biotin herstellen. Prevotella dagegen überwiegend Vitamin B1 und Folsäure. Der Schluss liegt nahe, dass der Enterotyp deshalb die Vitamin-Versorgung des Körpers beeinflusst. Welche gesundheitlichen Konsequenzen sich daraus genau ergeben, muss weiter erforscht werden. Weitere spannende Fragen sind offen: Bedingen die Enzyme der Bacteroide zum Beispiel, dass ein Mensch ein guter „Futterverwerter“ ist, da diese komplexe Kohlenhydrate besser aufspalten? Erhöhen Prevotella die Neigung zum Reizdarmsyndrom, da sie den Mukus zersetzen? Fördert Ruminoccocus die Absorption von Glukose und beeinflusst dadurch den Blutzuckerspiegel? Inwieweit also der Bakterien-Enterotyp über die Gesundheit des Wirtes entscheidet, ist ein höchst spannender und zukunftsweisender Forschungsbereich. Wissenschaftler hoffen, dass es in Zukunft möglich sein wird, die drei Enterotypen durch gezielte Diäten, zum Beispiel durch die Gabe bestimmter Probiotika, beeinflussen zu können. Ein wissenschaftlicher Durchbruch auf diesem Gebiet hätte eine immense Tragweite: Ob Adipositas oder Diabetes, Arteriosklerose oder Rheuma, Autismus oder Depression – bei all diesen Krankheitsbildern, gibt es Hinweise, dass Darmbakterien bei der Entstehung bzw. bei Prävention und Therapie eine Rolle spielen könnten.</p>
<h3>Adipositas</h3>
<p>„Für etwa 10% der Energieaufnahme sind die im Darm angesiedelten Bakterienstämme verantwortlich. Das reicht aus, um Dicke zu Dünnen zu machen und Dünne zu Dicken.“, so Prof. Bischoff. Die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Mikrobiota im Darm bieten vielversprechende Ansätze im Kampf gegen Adipositas und die damit assoziierten Folgeerkrankungen, wie Diabetes mellitus Typ 2, kardiovaskuläre Erkrankungen und Fettstoffwechselstörungen. Neben Überernährung und Bewegungsmangel – den Hauptursachen für die Entstehung der Fettsucht – rückt jetzt verstärkt der Darm und seine Flora ins Blickfeld. Zum einen gibt es in der Flora von Übergewichtigen mehr Enzyme, die Stärke und andere Polysaccharide spalten. Diese Änderung des metabolischen Potenzials bewirkt, dass mehr Energie aus der Nahrung gewonnen werden kann. Zum anderen gehen sowohl Adipositas als auch Adipositas-assoziierte Erkrankungen mit einer subklinischen Entzündung einher. Diese hat ihre Ursache in einer gestörten Darmbarriere, die es pathogenen Keimen ermöglicht, durch die Darmwand zu dringen. Im Körper lösen sie dann eine Entzündung aus. Das Funktionieren der Darmbarriere wird wiederum stark von der Darmflora beeinflusst. Ist die Darmflora gestört, kann die Darmbarriere nicht richtig funktionieren. Somit stellen die bakterielle Darmflora und die gastrointestinale Barriere einen wichtigen Ansatzpunkt für innovative Therapieansätze zur Behandlung der Adipositas und Adipositas-assoziierter Folgeerkrankungen dar. Der Verzehr von bestimmten Prä- und Probiotika kann die Zusammensetzung der Darmflora modulieren. In Zukunft wird es vielleicht möglich sein, Adipositas und ihren Folgen durch den gezielten Einsatz von Probiotika entgegenzuwirken.</p>
<h3>Reizdarmsyndrom</h3>
<p>Nach aktuellem Wissensstand sind 10-20% der Bevölkerung vom Reizdarmsyndrom RDS betroffen, wobei mehr Frauen als Männer unter ihm leiden. Damit ist RDS eine der häufigsten chronischen gastrointestinalen Erkrankungen. Umso bedeutender ist die aktuell erschienene Leitlinie Reizdarmsyndrom, herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM). Sie definiert die Kriterien für die Erkrankung neu und gibt Ärzten eine genaue Handlungsempfehlung bei der Diagnose und Therapie. Erstmalig empfiehlt die neue Leitlinie die Gabe von Probiotika als eine evidenzbasierte Therapieoption bei RDS. Den positiven Effekt unterstrich auch Prof. Eduard Stange auf der Fortbildungsveranstaltung der DGMIM: „Es ist keine Frage mehr, dass Probiotika beim Reizdarm wirken.“ Aktuellen Studien zufolge liegt beim Reizdarmsyndrom oft eine veränderte Zusammensetzung der Darmflora vor. Probiotika &#8211; definierte lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge in aktiver Form in den Darm gelangen &#8211; können diese Störung positiv beeinflussen. Dies haben mehrere randomisierte kontrollierte Studien nachgewiesen.</p>
<p>Quelle: www.dgmim.de</p>
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