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	<title>Antibiotika Archive - Gesund mit Darm</title>
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	<description>Darmgesundheit, Darmflora, Mikrobiom</description>
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		<title>Cholesterinsenker &#8211; Wirksamkeit abhängig von Darmflora</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lilemira]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Aug 2021 15:17:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles Darmgesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Antibiotika]]></category>
		<category><![CDATA[Butyrat]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Cholesterinsenker (Statine) können ihre volle Wirksamkeit nur im Zusammenhang mit einer gesunden Darmflora (Mikrobiom) entfalten. Darmbakterien sind notwendig, um die Arzneistoffe in wirkungsvolle cholesterinsenkende Metaboliten umzuwandeln. Hohe Cholesterinspiegel stellen einen Risikofaktor für Arterienverkalkung dar. Wenn eine Ernährungsumstellung nicht ausreicht, werden normalerweise cholesterinsenkende Medikamente eingesetzt. Cholesterinsenker zählen weltweit zu den meistverkauften Medikamenten. In Mitteleuropa werden vor allem Statine verordnet. Sie blockieren ein Enzym mit dem umständlichen Namen „HMG-CoA-Reduktase“, wodurch die körpereigene Cholesterinbildung in der Leber gebremst wird. Es entsteht ein Cholesterinmangel, den die Zellen beheben, indem sie sich stärker am Cholesterin bedienen, das im Blut zirkuliert. Die gewünschte Folge: Das schädliche Fett wird aus dem Blut gefischt, der Cholesterinwert sinkt und häufig steigt der schützende HDL-Wert sogar etwas an. Leider sind Statine nicht nebenwirkungsfrei. Viele Patienten klagen über Muskelschmerzen, die sie im Alltag beeinträchtigen, und nicht alle können ihre erhöhten Blutfettwerte dadurch in einen sicheren Bereich bringen. Darmflora macht Cholesterinsenker erst wirksam Und jetzt kommt die Darmflora ins Spiel, die die Wirksamkeit der Cholesterinsenker stark beeinflusst. Nimmt man Statine ein, so sind diese zunächst wenig wirksam, denn sie stellen nur eine Vorstufe des eigentlichen cholesterinsenkenden Metaboliten dar. Statine müssen erst in wirksame Moleküle umgewandelt werden, und dabei spielt das Mikrobiom eine Schlüsselrolle. Wie gut und schnell diese Umwandlung stattfindet, hängt vom Zustand unserer Darmflora ab. Das lässt sich am Ansprechen der Patienten auf eine Statintherapie zeigen. Chinesische Forscher verabreichten 64 Personen mit deutlich erhöhten Blutfettwerten cholesterinsenkende Statine. Je nach Ansprechen teilte man die Patienten dann in zwei Gruppen. In Gruppe 1 wurden die Probanden eingeordnet, die sehr schnell und sehr gut auf die Therapie ansprachen und schon nach vier Wochen normale Werte erreichten. In Gruppe 2 kamen die Teilnehmer, deren Cholesterinwerte trotz Therapie auch nach acht Wochen noch erhöht waren. Nun warfen die Wissenschaftler einen näheren Blick auf das Mikrobiom und konnten einen Zusammenhang zwischen der Wirksamkeit von Statinen und der mikrobiellen Vielfalt im Darm der Patienten nachweisen: Eine abwechslungsreiche und gesunde Darmflora trug dazu bei, dass die Cholesterinspiegel rasch in den sicheren Bereich sanken. Auch mehr Milchsäurebakterien (Laktobazillen), Keime aus der Gruppe der Firmicutes und verschiedene butyratproduzierende Bakterien (Ruminococcus, Lachnospira u. a.) sorgten für eine bessere Wirksamkeit. Cholesterinsenker – unwirksam durch Antibiotika? Wenn man diese Zusammenhänge betrachtet, ist auch klar, was passiert, wenn die Darmflora zum Beispiel durch Antibiotikaeinnahme in Mitleidenschaft gezogen wird. Das ließ sich in Tierversuchen feststellen. Labormäuse oder -ratten erhielten zunächst eine cholesterinreiche Ernährung und anschließend cholesterinsenkende Medikamente. Bei einem Teil der Nager wurde die Darmflora mittels Antibiotika abgetötet. Diese Gruppe profitierte deutlich weniger von den cholesterinsenkenden Arzneimitteln. Auch bei Menschen lassen sich diese Zusammenhänge beobachten. Erhalten Patienten Antibiotika, verändert sich dadurch auch die Zusammensetzung des Mikrobioms. Die Keimzahl geht zurück und die Vielfalt vorübergehend verloren. In Studien konnte nun nachgewiesen werden, dass auch bei diesen Patienten – je nach Art des Antibiotikums und Dauer der Einnahme – der Spiegel wirksamer Statinmetaboliten für einige Zeit sinkt und zwar um sage und schreibe 35% bis 60%. Eine längere Antibiotikatherapie macht Statine offensichtlich unwirksam mit möglicherweise fatalen Folgen: In dieser Zeit kann der Cholesterinspiegel wieder unbemerkt ansteigen und zu Gefäßschäden und Herzinfarkt führen, obwohl der Patient regelmäßig sein Medikament einnimmt. Probiotische Bakterien putzen Cholesterin weg Unsere Darmbakterien sind in der Lage, unsere Blutfettwerte niedrig und die Gefäße elastisch zu halten. In mehreren Studien ließen sich Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin, teilweise auch andere Fettwerte wie Triglyceride, allein durch die Gabe bestimmter probiotischer Bifido- und Milchsäurebakterien senken, während der schützende HDL-Cholesterinspiegel unter der Therapie häufig anstieg. In der Plazebogruppe, die nur ein wirkungsloses Scheinmedikament erhielt, blieben diese positiven Effekte aus. Spanische Wissenschaftler verabreichten 60 Erwachsenen mit unterschiedlich hohen Cholesterinspiegeln entweder Probiotika oder ein wirkungsloses Plazebo. Nach 12 Wochen waren die Cholesterinspiegel und der Anteil des besonders schädlichen oxidierten Cholesterins bei den Studienteilnehmern, die täglich mit dem Milchsäurebakterium Lactobacillus plantarum versorgt wurden, deutlich gesunken. Und anders als die meisten Medikamente gegen hohe Blutfettwerte, „dachten“ die Bakterien offensichtlich mit: Je höher der Cholesterinspiegel zu Beginn der Studie war, desto stärker waren die Effekte auf die Blutfettwerte. Das bedeutet, je nötiger jemand die Cholesterinsenkung aufgrund seiner Werte hat, desto mehr kann er von den probiotischen Keimen erwarten. Dieser Text wurde entnommen aus dem Buch „Gesund mit Darm“, Südwest Verlag, 2020 Wissenschaftliche Quellen Liu Y, Song X et al (2018) Gut Microbiome Associates With Lipid-Lowering Effect of Rosuvastatin in Vivo. Front Microbiol 9: 530 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5874287/ Yoo DH, Kim IS, Van Le TK et al. (2014) Gut microbiota-mediated drug interactions between lovastatin and antibiotics. Drug Metab Dispos. 42(9):1508–1513 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24947972 Zimmermann FL, Schmidt D, Escher U et al. (2018) Role of the gut microbiota for the cholesterol lowering ef</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://schlank-mit-darm.de/cholesterinsenker-wirksamkeit-abhaengig-von-darmflora/">Cholesterinsenker &#8211; Wirksamkeit abhängig von Darmflora</a> erschien zuerst auf <a href="https://schlank-mit-darm.de">Gesund mit Darm</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Cholesterinsenker (Statine) können ihre volle Wirksamkeit nur im Zusammenhang mit einer gesunden Darmflora (Mikrobiom) entfalten. Darmbakterien sind notwendig, um die Arzneistoffe in wirkungsvolle cholesterinsenkende Metaboliten umzuwandeln. Hohe Cholesterinspiegel stellen einen Risikofaktor für <a href="https://schlank-mit-darm.de/arterienverkalkung-und-darmflora-wie-bakterien-gefaesse-verstopfen/">Arterienverkalkung</a> dar. Wenn eine Ernährungsumstellung nicht ausreicht, werden normalerweise cholesterinsenkende Medikamente eingesetzt. Cholesterinsenker zählen weltweit zu den meistverkauften Medikamenten. </p>



<span id="more-2185"></span>



<p class="wp-block-paragraph">In Mitteleuropa werden vor allem Statine verordnet. Sie blockieren ein Enzym mit dem umständlichen Namen „HMG-CoA-Reduktase“, wodurch die körpereigene Cholesterinbildung in der Leber gebremst wird. Es entsteht ein Cholesterinmangel, den die Zellen beheben, indem sie sich stärker am Cholesterin bedienen, das im Blut zirkuliert. Die gewünschte Folge: Das schädliche Fett wird aus dem Blut gefischt, der Cholesterinwert sinkt und häufig steigt der schützende HDL-Wert sogar etwas an. Leider sind Statine nicht nebenwirkungsfrei. Viele Patienten klagen über Muskelschmerzen, die sie im Alltag beeinträchtigen, und nicht alle können ihre erhöhten Blutfettwerte dadurch in einen sicheren Bereich bringen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Darmflora macht Cholesterinsenker erst wirksam</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt kommt die Darmflora ins Spiel, die die Wirksamkeit der Cholesterinsenker stark beeinflusst. Nimmt man Statine ein, so sind diese zunächst wenig wirksam, denn sie stellen nur eine Vorstufe des eigentlichen cholesterinsenkenden Metaboliten dar. Statine müssen erst in wirksame Moleküle umgewandelt werden, und dabei spielt das Mikrobiom eine Schlüsselrolle. Wie gut und schnell diese Umwandlung stattfindet, hängt vom Zustand unserer Darmflora ab. Das lässt sich am Ansprechen der Patienten auf eine Statintherapie zeigen. Chinesische Forscher verabreichten 64 Personen mit deutlich erhöhten Blutfettwerten cholesterinsenkende Statine. Je nach Ansprechen teilte man die Patienten dann in zwei Gruppen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In Gruppe 1 wurden die Probanden eingeordnet, die sehr schnell und sehr gut auf die Therapie ansprachen und schon nach vier Wochen normale Werte erreichten. In Gruppe 2 kamen die Teilnehmer, deren Cholesterinwerte trotz Therapie auch nach acht Wochen noch erhöht waren. Nun warfen die Wissenschaftler einen näheren Blick auf das Mikrobiom und konnten einen Zusammenhang zwischen der Wirksamkeit von Statinen und der mikrobiellen Vielfalt im Darm der Patienten nachweisen: Eine abwechslungsreiche und gesunde Darmflora trug dazu bei, dass die Cholesterinspiegel rasch in den sicheren Bereich sanken. Auch mehr Milchsäurebakterien (Laktobazillen), Keime aus der Gruppe der Firmicutes und verschiedene <a href="https://schlank-mit-darm.de/butyrat-das-wertvolle-elixier-der-darmflora/">butyratproduzierende</a> Bakterien (Ruminococcus, Lachnospira u. a.) sorgten für eine bessere Wirksamkeit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Cholesterinsenker – unwirksam durch Antibiotika?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man diese Zusammenhänge betrachtet, ist auch klar, was passiert, wenn die Darmflora zum Beispiel durch Antibiotikaeinnahme in Mitleidenschaft gezogen wird. Das ließ sich in Tierversuchen feststellen. Labormäuse oder -ratten erhielten zunächst eine cholesterinreiche Ernährung und anschließend cholesterinsenkende Medikamente. Bei einem Teil der Nager wurde die Darmflora mittels Antibiotika abgetötet. Diese Gruppe profitierte deutlich weniger von den cholesterinsenkenden Arzneimitteln. Auch bei Menschen lassen sich diese Zusammenhänge beobachten. Erhalten Patienten Antibiotika, verändert sich dadurch auch die Zusammensetzung des Mikrobioms. Die Keimzahl geht zurück und die Vielfalt vorübergehend verloren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In Studien konnte nun nachgewiesen werden, dass auch bei diesen Patienten – je nach Art des Antibiotikums und Dauer der Einnahme – der Spiegel wirksamer Statinmetaboliten für einige Zeit sinkt und zwar um sage und schreibe 35% bis 60%. Eine längere Antibiotikatherapie macht Statine offensichtlich unwirksam mit möglicherweise fatalen Folgen: In dieser Zeit kann der Cholesterinspiegel wieder unbemerkt ansteigen und zu Gefäßschäden und Herzinfarkt führen, obwohl der Patient regelmäßig sein Medikament einnimmt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Probiotische Bakterien putzen Cholesterin weg</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Darmbakterien sind in der Lage, unsere Blutfettwerte niedrig und die Gefäße elastisch zu halten. In mehreren Studien ließen sich Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin, teilweise auch andere Fettwerte wie Triglyceride, allein durch die Gabe bestimmter probiotischer Bifido- und Milchsäurebakterien senken, während der schützende HDL-Cholesterinspiegel unter der Therapie häufig anstieg. In der Plazebogruppe, die nur ein wirkungsloses Scheinmedikament erhielt, blieben diese positiven Effekte aus. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Spanische Wissenschaftler verabreichten 60 Erwachsenen mit unterschiedlich hohen Cholesterinspiegeln entweder Probiotika oder ein wirkungsloses Plazebo. Nach 12 Wochen waren die Cholesterinspiegel und der Anteil des besonders schädlichen oxidierten Cholesterins bei den Studienteilnehmern, die täglich mit dem Milchsäurebakterium Lactobacillus plantarum versorgt wurden, deutlich gesunken. Und anders als die meisten Medikamente gegen hohe Blutfettwerte, „dachten“ die Bakterien offensichtlich mit: Je höher der Cholesterinspiegel zu Beginn der Studie war, desto stärker waren die Effekte auf die Blutfettwerte. Das bedeutet, je nötiger jemand die Cholesterinsenkung aufgrund seiner Werte hat, desto mehr kann er von den probiotischen Keimen erwarten.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Dieser Text wurde entnommen aus dem Buch „Gesund mit Darm“, Südwest Verlag, 2020</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wissenschaftliche Quellen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Liu Y, Song X et al (2018) Gut Microbiome Associates With Lipid-Lowering Effect of Rosuvastatin in Vivo. Front Microbiol 9: 530 <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5874287/">https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5874287/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Yoo DH, Kim IS, Van Le TK et al. (2014) Gut microbiota-mediated drug interactions between lovastatin and antibiotics. Drug Metab Dispos. 42(9):1508–1513 <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24947972">https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24947972</a> Zimmermann FL, Schmidt D, Escher U et al. (2018) Role of the gut microbiota for the cholesterol lowering ef</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://schlank-mit-darm.de/cholesterinsenker-wirksamkeit-abhaengig-von-darmflora/">Cholesterinsenker &#8211; Wirksamkeit abhängig von Darmflora</a> erschien zuerst auf <a href="https://schlank-mit-darm.de">Gesund mit Darm</a>.</p>
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		<title>Antibiotika verändern Darmflora und begünstigen Übergewicht</title>
		<link>https://schlank-mit-darm.de/antibiotika-veraendern-darmflora-und-beguenstigen-uebergewicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilemira]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Jan 2021 07:51:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles Darmgesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Antibiotika]]></category>
		<category><![CDATA[Übergewicht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bis zum 18. Lebensjahr hat ein amerikanisches Kind 10- bis 20-mal eine Antibiotika Kur erhalten und bei uns sieht es nicht viel anders aus. Dadurch werden Krankheitserreger nicht nur resistent gegen diese Arzneimittel. Alles deutet darauf hin, dass der zu häufige Antibiotikaeinsatz auch die Entstehung von Übergewicht fördert. Im Prinzip sind Antibiotika sind ein Segen der Medizin. Seit 1942 der erste Patient Penizillin erhielt, konnten diese Medikamente viele Tausende Leben retten und gefährliche Seuchen ausrotten. Doch inzwischen ist der Einsatz von Antibiotika nicht mehr nur lebensbedrohlichen Erkrankungen vorbehalten, sondern wird unbedacht und viel zu großzügig und sorglos auch bei banalen Krankheiten wie einfachen Erkältungen eingesetzt. Antibiotika mästen Nutztiere Antibiotika greifen stark und nachhaltig in das Bakteriengleichgewicht der Darmflora ein, denn sie unterscheiden in der Regel nicht zwischen Freund und Feind. Doch Antibiotika haben noch andere Eigenschaften, die sich Landwirte jahrzehntelang gerne zunutze machten: Antibiotika können dick machen. Seit den 1950er-Jahren wurden niedrig dosierte Antibiotika in der Landwirtschaft auch eingesetzt, um Nutztiere zu mästen. Wissenschaftler entdeckten damals, dass niedrig dosierte Antibiotika die „Fütterungseffizienz“ erhöhten. Das bedeutet: Mit Medikamentengabe nahmen die Tiere pro Pfund Futter mehr Gewicht zu. Antibiotika machten sie zu guten „Futterverwertern“. Das machte das Fleisch preiswerter. Warum das allerdings funktioniert, war bisher noch weitgehend unklar. Darmflora und Übergewicht Auch bei Menschen, die zu Übergewicht neigen, ziehen die Darmbakterien sehr viel mehr Energie aus dem Essen als bei Schlanken. Durch unsere individuellen Darmkeime werden auch wir zu guten oder schlechten „Futterverwertern“. Ändert sich die Zusammensetzung der Darmbakterien beispielsweise nach einer Antibiotikabehandlung, kann sich auch unser Stoffwechsel ändern. Wie viel Kalorien wir täglich aufnehmen, hängt also nicht nur davon ab, was wir auf dem Teller haben, sondern vor allem davon, wie effektiv unsere Mitbewohner im Darm arbeiten. So töten Antibiotika nicht nur die gefährlichen Keime, sondern auch die nützlichen, die uns schlank erhalten. Diese Medikamente bewirken quasi einen Kahlschlag im Darmbiotop. Eine Behandlung mit dem Antibiotikum Ciprofloxacin (auch andere Antibiotika wie Vancomycin, Gentamicin u.a. machen das in ähnlicher Weise) schlägt eine große Schneise in den Darmwald. Das Antibiotikum wirkt gegen ein Drittel aller Keime im Darm, reduziert so die Vielfalt ganz enorm und stört die Balance empfindlich. So hinterlässt jede Antibiotikatherapie Lücken im Mikrobiom, die sich nicht immer wieder von selbst schließen. Nur selten ist es möglich, die ursprüngliche Vielfalt rasch wiederherzustellen. Zusammenhang zwischen Übergewicht, Darmflora und Antibiotika Mehrere Studien bestätigen die Zusammenhänge zwischen Antibiotikaeinnahme, Störung der Darmflora und einer Gewichtszunahme. US-Wissenschaftler der Universität New York verabreichten Mäusebabys direkt nach der Entwöhnung verschiedene gängige Antibiotika. Allerdings waren die Wirkstoffe nur niedrig dosiert, viel geringer, als sie zur Behandlung von Infektionen nötig wären. Im Vergleich zu Mäusekindern, die keine Antibiotika erhielten, legten die Antibiotika-Mäuse recht schnell an Gewicht zu und der Körperfettanteil stieg viel schneller an. Nach einem halben Jahr ließen sich deutliche Unterschiede feststellen. Und diese beschränkten sich nicht auf Gewicht und Körperfett, sondern auch auf die Zusammensetzung der Darmbakterien. Darmflora und Stoffwechsel hatten sich bei den mit Antibiotika behandelten Mäusen so verändert, dass sie mehr Kalorien aus den Mahlzeiten ziehen konnten. Selbst wenn die Mäusemütter kurz vor der Geburt Antibiotika erhielten, wurde deren Nachwuchs im Erwachsenenalter häufig übergewichtig. Das scheint auch die Erklärung dafür zu sein, weshalb Antibiotika so wirkungsvoll in der Mast von Nutztieren eingesetzt werden können. Antibiotika in der Schwangerschaft verändern Darmflora nachhaltig Diese Zusammenhänge sind nicht nur im Tierversuch feststellbar. Das Gleiche gilt für Schwangere Frauen und deren Kinder. Studien belegen, dass auch bei Müttern durch Antibiotikaeinnahmen während der Schwangerschaft das Mikrobiom der Babys verändern können. Das fand man bei der Untersuchung von mehr als 400 Mutter- und Kind–Paare heraus, die während der Schwangerschaft, im Säuglingsalter und bis zum Kindesalter von sieben Jahren regelmäßig untersucht wurden. Insgesamt 70 Mütter (16%) mussten im zweiten oder dritten Schwangerschafts-Trimenon Antibiotika nehmen. Kinder, die während dieser Phase den Antibiotika ausgesetzt waren, hatten ein 84% höheres Risiko, übergewichtig zu werden, verglichen mit den Kindern, deren Mütter keine Antibiotika erhalten hatten. Antibiotikagabe im Säuglingsalter – Übergewicht in der Grundschule Nicht nur Antibiotikaeinnahmen in der Schwangerschaft können das Risiko von späterem Übergewicht steigern. Ähnliche Beobachtungen ließen sich inzwischen in jeder Altersgruppe feststellen. Antibiotika führen zu tiefgreifenden Veränderungen unserer Mikroflora. Nicht nur die Zusammensetzung ändert sich, auch die so wichtige Vielfalt des bakteriellen Lebens geht verloren. Zwar beginnt die Darmflora etwa eine Woche nach Absetzen des Antibiotikums wieder, sich zu regenerieren, aber in den meisten Fällen war die Komposition der Darmkeime auch Monate, manchmal sogar Jahre nach dem Ende anders als vor der Antibiotikabehandlung. Die Effekte einer Antibiotikatherapie im frühen Kindesalter scheinen die Ergebnisse der Mäusestudien zu bestätigen. Das Forscherteam stellte nämlich fest, dass Kinder, die in den ersten sechs Lebensmonaten ein Antibiotikum erhielten, mit drei Jahren häufiger übergewichtig waren. Auch Schulkinder hatten häufiger mit Gewichtsproblemen zu kämpfen, wenn sie sehr früh die Medikamente bekamen. Die frühe Kindheit scheint ein besonders sensibles Zeitfenster für die Ausbildung einer gesunden und „schlanken“ Darmflora zu sein. Offensichtlich werden durch die Antibiotikagabe im zarten Alter wichtige Weichen fürs spätere Leben gestellt, die Übergewicht begünstigen. Antibiotika begünstigen Übergewicht auch im Erwachsenenalter Doch selbst Erwachsene, die übe rein sehr viel stabileres Mikrobiom verfügen, können nach einer länger dauernden Antibiotikatherapie an Gewicht zu legen. Das gilt vor allem dann, wenn ein Antibiotikum verwendet wurde, das besonders wirksam gegen Keime im Darm vorgeht. So nahm das Risiko für Übergewicht nach einer sechswöchigen Behandlung mit solchen Antibiotika deutlich zu. 48 Männer erhielten eine Antibiotikakombination. 48 gleichaltrige Männer ohne Infektion und Antibiotikagabe dienten als Vergleichsgruppe. In der mit Antibiotika behandelten Gruppe stieg das Gewicht stark und deutlich an. Nach einem Jahr hatten 17 Patienten aus der Antibiotikagruppe ihren Body-Mass-Index um mehr als 10 Prozent gesteigert, fünf der mit Antibiotika behandelten Patienten wurden sogar fettleibig. Jedoch nur ein Teilnehmer aus der Vergleichsgruppe nahm deutlich an Gewicht zu. Diese Untersuchungen belegen recht anschaulich, welche langfristigen Auswirkungen Antibiotika haben können. Deshalb muss man zwar keine Angst vor einer Therapie mit diesen Medikamenten haben, aber deren Einsatz vielleicht doch im Einzelfall gut überdenken. Folgende Punkte sollten bei der Einnahme deshalb unbedingt beachtet werden: Quellen Antonopoulos, Dionysios, A.; Huse, Susan, M.; Morrison, Hilary, G.; Schmidt, Thomas, M.; Sogin, Mitchell, L.; Young, Vincent, B.: Reproducible community dynamics of the gastrointestinal microbiota following antibiotic perturbation. In: Infection and Immunity 77 (2009) 6. S. 2367 – 2375 https://iai.asm.org/content/77/6/2367 Dardas, Majd; Gill, Steven, R.; Grier, Alex; Pryhuber, Gloria, S.; Gill, Ann, L.; Lee, Yi – Horng; Guillet, Ronnie: The impact of postnatal antibiotics on the preterm intestinal microbiome. In: Pediatric Research 76 (2014) 2, S. 150 – 158 vii &#160;https://www.nature.com/articles/pr201469?proof=true1 Dethlefsen, Les; Relman, David, A.: Incomplete recovery and individualized responses of the human distal gut microbiota to repeated antibiotic pertubation. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 108 (2011) 1, S. 4554 – 4561 https://www.pnas.org/content/108/Supplement_1/4554 Korpela, K.; Zijmans, M., A., C.; Kuitunen, M.; Kukkonen, K.; Savilahti, E.; Salonen, A.; de Weerth, C.; de Vos, W., M.: Childhood BMI in relation to microbiota in infancy and lifetime antibiotic use. In: Microbiome 5 (2017) 1, S. 1 – 9 https://microbiomejournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/s40168-017-0245-y Robinson, Courtney, J.; Young, Vincent, B.: Antibiotic administration alters the com-munity structure of the gastrointestinal microbiota. In: Gut Microbes 1 (2010) 4, S. 279 – 284 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2954510/</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://schlank-mit-darm.de/antibiotika-veraendern-darmflora-und-beguenstigen-uebergewicht/">Antibiotika verändern Darmflora und begünstigen Übergewicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://schlank-mit-darm.de">Gesund mit Darm</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Bis zum 18. Lebensjahr hat ein amerikanisches Kind 10- bis 20-mal eine Antibiotika Kur erhalten und bei uns sieht es nicht viel anders aus. Dadurch werden Krankheitserreger nicht nur resistent gegen diese Arzneimittel. Alles deutet darauf hin, dass der zu häufige Antibiotikaeinsatz auch die Entstehung von Übergewicht fördert.</p>



<span id="more-1830"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Im Prinzip sind Antibiotika sind ein Segen der Medizin. Seit 1942 der erste Patient Penizillin erhielt, konnten diese Medikamente viele Tausende Leben retten und gefährliche Seuchen ausrotten. Doch inzwischen ist der Einsatz von Antibiotika nicht mehr nur lebensbedrohlichen Erkrankungen vorbehalten, sondern wird unbedacht und viel zu großzügig und sorglos auch bei banalen Krankheiten wie einfachen Erkältungen eingesetzt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Antibiotika mästen Nutztiere</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Antibiotika greifen stark und nachhaltig in das Bakteriengleichgewicht der Darmflora ein, denn sie unterscheiden in der Regel nicht zwischen Freund und Feind. Doch Antibiotika haben noch andere Eigenschaften, die sich Landwirte jahrzehntelang gerne zunutze machten: Antibiotika können dick machen. Seit den 1950er-Jahren wurden niedrig dosierte Antibiotika in der Landwirtschaft auch eingesetzt, um Nutztiere zu mästen. Wissenschaftler entdeckten damals, dass niedrig dosierte Antibiotika die „Fütterungseffizienz“ erhöhten. Das bedeutet: Mit Medikamentengabe nahmen die Tiere pro Pfund Futter mehr Gewicht zu. Antibiotika machten sie zu guten „Futterverwertern“. Das machte das Fleisch preiswerter. Warum das allerdings funktioniert, war bisher noch weitgehend unklar.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Darmflora und Übergewicht</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei Menschen, die zu <a href="https://schlank-mit-darm.de/eine-gesunde-darmflora-gibt-uebergewicht-keine-chance/">Übergewicht</a> neigen, ziehen die Darmbakterien sehr viel mehr Energie aus dem Essen als bei Schlanken. Durch unsere individuellen Darmkeime werden auch wir zu guten oder schlechten „Futterverwertern“. Ändert sich die Zusammensetzung der Darmbakterien beispielsweise nach einer Antibiotikabehandlung, kann sich auch unser Stoffwechsel ändern. Wie viel Kalorien wir täglich aufnehmen, hängt also nicht nur davon ab, was wir auf dem Teller haben, sondern vor allem davon, wie effektiv unsere Mitbewohner im Darm arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So töten Antibiotika nicht nur die gefährlichen Keime, sondern auch die nützlichen, die uns schlank erhalten. Diese Medikamente bewirken quasi einen Kahlschlag im Darmbiotop. Eine Behandlung mit dem Antibiotikum Ciprofloxacin (auch andere Antibiotika wie Vancomycin, Gentamicin u.a. machen das in ähnlicher Weise) schlägt eine große Schneise in den Darmwald. Das Antibiotikum wirkt gegen ein Drittel aller Keime im Darm, reduziert so die Vielfalt ganz enorm und stört die Balance empfindlich. So hinterlässt jede Antibiotikatherapie Lücken im Mikrobiom, die sich nicht immer wieder von selbst schließen. Nur selten ist es möglich, die ursprüngliche Vielfalt rasch wiederherzustellen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zusammenhang zwischen Übergewicht, Darmflora und Antibiotika</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Studien bestätigen die Zusammenhänge zwischen Antibiotikaeinnahme, Störung der Darmflora und einer Gewichtszunahme. US-Wissenschaftler der Universität New York verabreichten Mäusebabys direkt nach der Entwöhnung verschiedene gängige Antibiotika. Allerdings waren die Wirkstoffe nur niedrig dosiert, viel geringer, als sie zur Behandlung von Infektionen nötig wären. Im Vergleich zu Mäusekindern, die keine Antibiotika erhielten, legten die Antibiotika-Mäuse recht schnell an Gewicht zu und der Körperfettanteil stieg viel schneller an. Nach einem halben Jahr ließen sich deutliche Unterschiede feststellen. Und diese beschränkten sich nicht auf Gewicht und Körperfett, sondern auch auf die Zusammensetzung der Darmbakterien. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Darmflora und Stoffwechsel hatten sich bei den mit Antibiotika behandelten Mäusen so verändert, dass sie mehr Kalorien aus den Mahlzeiten ziehen konnten. Selbst wenn die Mäusemütter kurz vor der Geburt Antibiotika erhielten, wurde deren Nachwuchs im Erwachsenenalter häufig übergewichtig. Das scheint auch die Erklärung dafür zu sein, weshalb Antibiotika so wirkungsvoll in der Mast von Nutztieren eingesetzt werden können.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Antibiotika in der Schwangerschaft verändern Darmflora nachhaltig</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Zusammenhänge sind nicht nur im Tierversuch feststellbar. Das Gleiche gilt für Schwangere Frauen und deren Kinder. Studien belegen, dass auch bei Müttern durch Antibiotikaeinnahmen während der Schwangerschaft das Mikrobiom der Babys verändern können. Das fand man bei der Untersuchung von mehr als 400 Mutter- und Kind–Paare heraus, die während der Schwangerschaft, im Säuglingsalter und bis zum Kindesalter von sieben Jahren regelmäßig untersucht wurden. Insgesamt 70 Mütter (16%) mussten im zweiten oder dritten Schwangerschafts-Trimenon Antibiotika nehmen. Kinder, die während dieser Phase den Antibiotika ausgesetzt waren, hatten ein 84% höheres Risiko, übergewichtig zu werden, verglichen mit den Kindern, deren Mütter keine Antibiotika erhalten hatten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Antibiotikagabe im Säuglingsalter – Übergewicht in der Grundschule</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur Antibiotikaeinnahmen in der Schwangerschaft können das Risiko von späterem Übergewicht steigern. Ähnliche Beobachtungen ließen sich inzwischen in jeder Altersgruppe feststellen. Antibiotika führen zu tiefgreifenden Veränderungen unserer Mikroflora. Nicht nur die Zusammensetzung ändert sich, auch die so wichtige Vielfalt des bakteriellen Lebens geht verloren. Zwar beginnt die Darmflora etwa eine Woche nach Absetzen des Antibiotikums wieder, sich zu regenerieren, aber in den meisten Fällen war die Komposition der Darmkeime auch Monate, manchmal sogar Jahre nach dem Ende anders als vor der Antibiotikabehandlung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Effekte einer Antibiotikatherapie im frühen Kindesalter scheinen die Ergebnisse der Mäusestudien zu bestätigen. Das Forscherteam stellte nämlich fest, dass Kinder, die in den ersten sechs Lebensmonaten ein Antibiotikum erhielten, mit drei Jahren häufiger übergewichtig waren. Auch Schulkinder hatten häufiger mit Gewichtsproblemen zu kämpfen, wenn sie sehr früh die Medikamente bekamen. Die frühe Kindheit scheint ein besonders sensibles Zeitfenster für die Ausbildung einer gesunden und „schlanken“ Darmflora zu sein. Offensichtlich werden durch die Antibiotikagabe im zarten Alter wichtige Weichen fürs spätere Leben gestellt, die Übergewicht begünstigen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Antibiotika begünstigen Übergewicht auch im Erwachsenenalter</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Doch selbst Erwachsene, die übe rein sehr viel stabileres Mikrobiom verfügen, können nach einer länger dauernden Antibiotikatherapie an Gewicht zu legen. Das gilt vor allem dann, wenn ein Antibiotikum verwendet wurde, das besonders wirksam gegen Keime im Darm vorgeht. So nahm das Risiko für Übergewicht nach einer sechswöchigen Behandlung mit solchen Antibiotika deutlich zu. 48 Männer erhielten eine Antibiotikakombination. 48 gleichaltrige Männer ohne Infektion und Antibiotikagabe dienten als Vergleichsgruppe. In der mit Antibiotika behandelten Gruppe stieg das Gewicht stark und deutlich an. Nach einem Jahr hatten 17 Patienten aus der Antibiotikagruppe ihren Body-Mass-Index um mehr als 10 Prozent gesteigert, fünf der mit Antibiotika behandelten Patienten wurden sogar fettleibig. Jedoch nur ein Teilnehmer aus der Vergleichsgruppe nahm deutlich an Gewicht zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Untersuchungen belegen recht anschaulich, welche langfristigen Auswirkungen Antibiotika haben können. Deshalb muss man zwar keine Angst vor einer Therapie mit diesen Medikamenten haben, aber deren Einsatz vielleicht doch im Einzelfall gut überdenken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Folgende Punkte sollten bei der Einnahme deshalb unbedingt beachtet werden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Antibiotika nur dann einnehmen, wenn Ihr Arzt es Ihnen dringend rät. Nicht jedem Kratzen im Hals, nicht jeder Erkältung muss man gleich mit schwerem Geschütz entgegentreten. Wichtig ist, dass Sie Ihren Abwehrkräften die Chance geben, mit den Krankheitserregern fertigzuwerden.</li>



<li>Päppeln Sie nach einer notwendigen Antibiotikatherapie Ihre Darmbakterien ganz besonders gut auf. Verzehren Sie vor allem solche Nahrungsmittel, die das <a href="https://schlank-mit-darm.de/wie-lassen-sich-fehlende-bakterien-im-darm-vermehren/">Wachstum der guten Bakterien fördern</a>. </li>



<li>Eventuell ist es auch sinnvoll, die Gruppe der guten Darmbakterien durch ein pro- oder synbiotisches Präparat, also ein Medikament, das lebende Darmbakterien und möglichst auch präbiotische Ballaststoffe enthält, zu stärken. Für jede Woche Antibiotikaeinnahme sollten Sie mindestens einen Monat die Darmflora aufbauen.</li>



<li>Bevorzugen Sie Biofleisch. Auch wenn es manchmal erheblich teurer ist, hat es doch seine Berechtigung. Selbst kleine Antibiotikaspuren, die in konventionellem Fleisch toleriert werden, können Auswirkungen auf die Darmflora haben.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Quellen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Antonopoulos, Dionysios, A.; Huse, Susan, M.; Morrison, Hilary, G.; Schmidt, Thomas, M.; Sogin, Mitchell, L.; Young, Vincent, B.: Reproducible community dynamics of the gastrointestinal microbiota following antibiotic perturbation. In: Infection and Immunity 77 (2009) 6. S. 2367 – 2375 <a href="https://iai.asm.org/content/77/6/2367">https://iai.asm.org/content/77/6/2367</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dardas, Majd; Gill, Steven, R.; Grier, Alex; Pryhuber, Gloria, S.; Gill, Ann, L.; Lee, Yi – Horng; Guillet, Ronnie: The impact of postnatal antibiotics on the preterm intestinal microbiome. In: Pediatric Research 76 (2014) 2, S. 150 – 158 vii &nbsp;<a href="https://www.nature.com/articles/pr201469?proof=true1">https://www.nature.com/articles/pr201469?proof=true1</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dethlefsen, Les; Relman, David, A.: Incomplete recovery and individualized responses of the human distal gut microbiota to repeated antibiotic pertubation. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 108 (2011) 1, S. 4554 – 4561 <a href="https://www.pnas.org/content/108/Supplement_1/4554">https://www.pnas.org/content/108/Supplement_1/4554</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Korpela, K.; Zijmans, M., A., C.; Kuitunen, M.; Kukkonen, K.; Savilahti, E.; Salonen, A.; de Weerth, C.; de Vos, W., M.: Childhood BMI in relation to microbiota in infancy and lifetime antibiotic use. In: Microbiome 5 (2017) 1, S. 1 – 9 <a href="https://microbiomejournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/s40168-017-0245-y">https://microbiomejournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/s40168-017-0245-y</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Robinson, Courtney, J.; Young, Vincent, B.: Antibiotic administration alters the com-munity structure of the gastrointestinal microbiota. In: Gut Microbes 1 (2010) 4, S. 279 – 284 <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2954510/">https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2954510/</a></p>
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		<title>Darmflora unterstützt Krebstherapie</title>
		<link>https://schlank-mit-darm.de/darmflora-unterstuetzt-krebstherapie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilemira]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Apr 2020 14:33:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles Darmgesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Antibiotika]]></category>
		<category><![CDATA[Krebstherapie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://schlank-mit-darm.de/?p=1529</guid>

					<description><![CDATA[<p>Darmbakterien können den Schalter nicht nur in Richtung Tumorhemmung oder Tumorwachstum umlegen. Sie sind auch im Kampf gegen Krebs hilfreich. Viele altbewährte Chemotherapeutika und auch die neuen Immuntherapien bekämpfen oft nur dann den Tumor wirkungsvoll, wenn die Darmflora gut aufgestellt und vielfältig ist. Schlagen die neu entwickelten Behandlungsoptionen nicht an, liegt es offenbar häufig an der Zusammensetzung der Darmflora. Denn Wissenschaftler konnten inzwischen nachweisen, dass die Darmflora nicht nur für die Krebsentstehung, sondern auch für den Erfolg einer Krebstherapie entscheidend sein kann. Offenbar müssen Immunzellen, die Krebszellen zerstören können, erst von bestimmten Darmkeimen dazu ermuntert werden. Ohne den bakteriellen „Tritt in den Hintern“ bleiben die Abwehrzellen träge und müde und der Tumor kann sich ausbreiten. Moderne Krebstherapien erfolgreicher mit den richtigen Darmbakterien Die meisten Daten über die Zusammenhänge zwischen Krebstherapie und Darmflora wurden bisher in Tierversuchen gewonnen. So ließen sich bei Mäusen mit schwarzem Hautkrebs die Therapieerfolge verbessern, wenn die Darmflora der Tiere reich an Bifidobakterien war. Auch viele Bacteroidetes im Darm schienen die körpereigene Abwehr gegen Tumorzellen scharfzumachen. Erhielten Mäuse, die keine Darmflora besaßen, aber besonders anfällig für Tumore waren, das Mikrobiom von Patienten, die gut auf eine Immuntherapie ansprechen, dann verkleinerten sich unter der Behandlung auch bei den Nagern die Geschwüre rasch. Aber auch bei menschlichen Krebspatienten sammelt man inzwischen Erfahrungen, wie das Mikrobiom die Therapieerfolge beeinflussen kann. Beim schwarzen Hautkrebs (Melanom) sind so genannte „Checkpoint-Inhibitoren“ vielversprechende Arzneimittel, denn sie helfen den Abwehrzellen dabei, dem Tumor zu erkennt und im Idealfall dauerhaft zu bekämpft. Doch bei jedem vierten Patienten mit metastasiertem Melanom wirkt aus bisher unerfindlichen Gründen diese neue Therapie nicht. Ein US-amerikanisches Forscherteam aus Houston, Texas untersuchte deshalb den Stuhl von über 100 Melanompatienten und stellten fest: Wer ein vielfältigeres Mikrobiom besitzt und im Idealfall auch noch zahlreiche Bakterien aus der Gruppe der Ruminococcus-Keime aufweist, hat gute Chancen, dass die Medikamente anschlagen und die Krankheit dauerhaft besiegt werden kann. Auch bei der Behandlung anderer Krebsarten wie Blasen-, Lungen- und Nierenkrebs wird man zukünftig um das Mikrobiom nicht mehr herumkommen. Vor allem Patienten, die viele Akkermansia muciniphilia Bakterien beherbergten, sprachen bei diesen Erkrankungen gut auf Immuntherapien (Checkpoint-Inhibitoren) an. Wurden aber gleichzeitig Antibiotika verabreicht, kam es unter der Behandlung häufiger zu Rückfällen. Antibiotika stören Darmflora und verschlechtern Wirksamkeit einer Krebstherapie Checkpoint-Inhibitoren zählen zu den neuen, vielversprechenden Immuntherapeutika, die Krebszellen wieder für die Abwehrzellen sichtbar machen. Oft findet man im Tumorgewebe haufenweise Immunzellen, die aber wie betäubt sind und die entarteten Zellen nicht angreifen- Krebszellen können die körpereigene Abwehr nämlich ausbremsen und sich so vor der Immunabwehr schützen. Checkpoint-Inhibitoren lösen diese Bremse – und dann lassen sich erstaunliche Wirkungen erzielen. Aber nur, wenn das Mikrobiom mitspielt. Krebs und Antibiotika Seit kurzem mehren sich die Hinweise, dass sich Antibiotika ungünstig auf die Behandlung von Krebspatienten mit Checkpointhemmern auswirken. In einer britischen Studie erhielten 200 Tumorpatienten mit Metastasen diese neue Immuntherapie. Hatten sie im vorausgegangenen Monat Antibiotika erhalten, dann lebten sie trotz der wirkungsvollen Behandlung durchschnittlich nur noch zwei Monate. Ohne vorherige Antibiotikatherapie lag die durchschnittliche Lebenserwartung aber bei mehr als 2 Jahren (durchschnittlich 29 Monate). Auch „Magentabletten“ so genannte „Protonenpumpenhemmer“ reduzieren die Wirksamkeit der Immuntherapie deutlich. In einer Untersuchung an mehr als 1500 Krebspatienten hatten diese die beste Prognose, die 30 Tage vor und 30 Tage nach Therapiebeginn weder Protonenpumpenhemmer noch Antibiotika erhielten. Beide Medikamente reduzierten die Überlebenswahrscheinlichkeit, am geringsten war die Lebenserwartung, wenn beide Medikamente eingenommen wurden. Wichtigste Maßnahme ist demnach, vor der Behandlung mit Immuntherapeutika diese Arzneimittel – nach Rücksprache mit dem Arzt – abzusetzen, ansonsten kann man sich die normalerweise hochwirksame Therapie mit Checkpointhemmern sparen. Patienten mit Blutkrebs, in deren Därmen sich besonders viele Bakterien der Art Eubacterium limosum tummeln, sind besser vor einem Fortschreiten der Erkrankung oder vor Rückfällen geschützt, als Leukämiekranke, denen der Keim fehlt. Die Darmbakterien Enterococcus hirae und Barnesiella intestinihominis verstärken hingegen die krebshemmende Wirkung des Chemotherapeutikums Cyclophosphamid, das haben französische Forscher herausgefunden. Offensichtlich wirkt das Chemotherapuetikum auf zwei Arten. Zum einen greift es direkt in das Zellwachstum ein. Zum anderen macht es die Darmbarriere durchlässiger. Dadurch können Keime aus dem Darm direkt mit dem Immunsystem in Verbindung treten und dieses stimulieren, was sich als Segen für die Patienten erweist. Die Immunzellen gehen durch diesen Bakterien-Impuls härter gegen Krebszellen vor und verstärken dadurch die Wirkung der Chemotherapie. In mehreren Studien konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass die Gabe der beiden Mikroorganismen die krebshemmende Immunantwort verstärkt. Wie kann man bei einer bestehenden Krebserkrankung vorgehen? Besprechen Sie den Wunsch, die Darmflora zu schützen bzw. aufzubauen mit Ihren behandelnden Ärzten Versuchen Sie sich besonders ausgewogen und darmfreundlich zu ernähren. Wichtig sind präbiotische Ballaststoffe wie Inulin, resistente Stärke, Akazienfasern oder Pektin, die man in Obst, Zwiebeln und allen Laucharten (Porree, Schnittlauch, Knoblauch), Haferflocken und Hülsenfrüchten findet. Akazienfasern sind in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten und gelten als besonders wirksame Förderer der Bifidobakterien. Wie Sie einzelne Bakterien der Darmflora gezielt fördern können, erfahren Sie hier Zusätzlich sollten Sie probiotische Bakterien zuführen (nach Absprache mit dem behandelnden Arzt). Diese sollten hochdosiert sein (20 Mrd Keime pro Tagesdosis oder mehr) und mehrere unterschiedliche präbiotische Ballaststoffe enthalten (solche Präparate werden auch als Synbiotika bezeichnet) Achten Sie darauf, dass diesen Präparaten KEINE Vitamine zugesetzt sind. Vitamine wie Folsäure oder Antioxidantien wie Vitamin C, E, Beta-Carotin, Selen etc. können während der Krebstherapie die Wirksamkeit der Behandlung verschlechtern. Lassen Sie – vor allem bei einer Darmkrebserkrankung – eine Parodontose behandeln. Mehr über die Zusammenhänge zwischen Parodontose und Darmkrebs finden Sie in unserem Artikel Zahnpflege schützt vor Darmkrebs Versuchen Sie – wann immer möglich – Antibiotika zu meiden. Allerdings sind Antibiotika im Rahmen einer Krebstherapie manchmal auch dringend notwendig – bitte sprechen Sie das immer mit Ihrem Arzt ab Lassen Sie – wenn die Krebstherapie und die letzte Antibiotikabehandlung mindestens 3 Monate zurückliegt, Ihre Darmflora testen. Mehr dazu in unserem Artikel Kennen Sie Ihre Darmflora? Wenn nein dann machen Sie den Darmtest. Quellen Chalabi M, Cardona A, Nagarkar DR et al. (2020) Efficacy of chemotherapy and atezolizumab in patients with non-small-cell lung cancer receiving antibiotics and proton pump inhibitors: pooled post hoc analyses of the OAK and POPLAR trials. Annals of Oncology 31 (4): 525-531: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0923753420359275 Gopalakrishnan V, Spencer CN, Nezi L, et al. (2018) Gut microbiome modulates response to anti-PD-1 immunotherapy in melanoma patients. Science. 359(6371):97–103. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29097493/#affiliation-3 Naito Y, Uchiyama K, Takagi T et al. (2018) A next-generation beneficial microbe: Akkermansia muciniphila. J Clin Biochem Nutr. 63(1):33-35. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6064808/</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Darmbakterien können den Schalter nicht nur in Richtung Tumorhemmung oder Tumorwachstum umlegen. Sie sind auch im Kampf gegen Krebs hilfreich. Viele altbewährte Chemotherapeutika und auch die neuen Immuntherapien bekämpfen oft nur dann den Tumor wirkungsvoll, wenn die Darmflora gut aufgestellt und vielfältig ist. Schlagen die neu entwickelten Behandlungsoptionen nicht an, liegt es offenbar häufig an der Zusammensetzung der Darmflora. Denn Wissenschaftler konnten inzwischen nachweisen, dass die Darmflora nicht nur für die Krebsentstehung, sondern auch für den Erfolg einer Krebstherapie entscheidend sein kann. Offenbar müssen Immunzellen, die Krebszellen zerstören können, erst von bestimmten Darmkeimen dazu ermuntert werden. Ohne den bakteriellen „Tritt in den Hintern“ bleiben die Abwehrzellen träge und müde und der Tumor kann sich ausbreiten.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Moderne Krebstherapien erfolgreicher mit den richtigen Darmbakterien</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Daten über die Zusammenhänge zwischen Krebstherapie und Darmflora wurden bisher in Tierversuchen gewonnen. So ließen sich bei Mäusen mit schwarzem Hautkrebs die Therapieerfolge verbessern, wenn die Darmflora der Tiere reich an Bifidobakterien war. Auch viele Bacteroidetes im Darm schienen die körpereigene Abwehr gegen Tumorzellen scharfzumachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erhielten Mäuse, die keine Darmflora besaßen, aber besonders anfällig für Tumore waren, das Mikrobiom von Patienten, die gut auf eine Immuntherapie ansprechen, dann verkleinerten sich unter der Behandlung auch bei den Nagern die Geschwüre rasch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch bei menschlichen Krebspatienten sammelt man inzwischen Erfahrungen, wie das Mikrobiom die Therapieerfolge beeinflussen kann. Beim schwarzen Hautkrebs (Melanom) sind so genannte „Checkpoint-Inhibitoren“ vielversprechende Arzneimittel, denn sie helfen den Abwehrzellen dabei, dem Tumor zu erkennt und im Idealfall dauerhaft zu bekämpft. Doch bei jedem vierten Patienten mit metastasiertem Melanom wirkt aus bisher unerfindlichen Gründen diese neue Therapie nicht. Ein US-amerikanisches Forscherteam aus Houston, Texas untersuchte deshalb den Stuhl von über 100 Melanompatienten und stellten fest: Wer ein vielfältigeres Mikrobiom besitzt und im Idealfall auch noch zahlreiche Bakterien aus der Gruppe der Ruminococcus-Keime aufweist, hat gute Chancen, dass die Medikamente anschlagen und die Krankheit dauerhaft besiegt werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei der Behandlung anderer Krebsarten wie Blasen-, Lungen- und Nierenkrebs wird man zukünftig um das Mikrobiom nicht mehr herumkommen. Vor allem Patienten, die viele Akkermansia muciniphilia Bakterien beherbergten, sprachen bei diesen Erkrankungen gut auf Immuntherapien (Checkpoint-Inhibitoren) an. Wurden aber gleichzeitig Antibiotika verabreicht, kam es unter der Behandlung häufiger zu Rückfällen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Antibiotika stören Darmflora und verschlechtern Wirksamkeit einer Krebstherapie</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Checkpoint-Inhibitoren zählen zu den neuen, vielversprechenden Immuntherapeutika, die Krebszellen wieder für die Abwehrzellen sichtbar machen. Oft findet man im Tumorgewebe haufenweise Immunzellen, die aber wie betäubt sind und die entarteten Zellen nicht angreifen- Krebszellen können die körpereigene Abwehr nämlich ausbremsen und sich so vor der Immunabwehr schützen. Checkpoint-Inhibitoren lösen diese Bremse – und dann lassen sich erstaunliche Wirkungen erzielen. Aber nur, wenn das Mikrobiom mitspielt. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Krebs und Antibiotika</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Seit kurzem mehren sich die Hinweise, dass sich Antibiotika ungünstig auf die Behandlung von Krebspatienten mit Checkpointhemmern auswirken. In einer britischen Studie erhielten 200 Tumorpatienten mit Metastasen diese neue Immuntherapie. Hatten sie im vorausgegangenen Monat Antibiotika erhalten, dann lebten sie trotz der wirkungsvollen Behandlung durchschnittlich nur noch zwei Monate. Ohne vorherige Antibiotikatherapie lag die durchschnittliche Lebenserwartung aber bei mehr als 2 Jahren (durchschnittlich 29 Monate). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch „Magentabletten“ so genannte „Protonenpumpenhemmer“ reduzieren die Wirksamkeit der Immuntherapie deutlich. In einer Untersuchung an mehr als 1500 Krebspatienten hatten diese die beste Prognose, die 30 Tage vor und 30 Tage nach Therapiebeginn weder Protonenpumpenhemmer noch Antibiotika erhielten. Beide Medikamente reduzierten die Überlebenswahrscheinlichkeit, am geringsten war die Lebenserwartung, wenn beide Medikamente eingenommen wurden. Wichtigste Maßnahme ist demnach, vor der Behandlung mit Immuntherapeutika diese Arzneimittel – nach Rücksprache mit dem Arzt – abzusetzen, ansonsten kann man sich die normalerweise hochwirksame Therapie mit Checkpointhemmern sparen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Patienten mit Blutkrebs, in deren Därmen sich besonders viele Bakterien der Art Eubacterium limosum tummeln, sind besser vor einem Fortschreiten der Erkrankung oder vor Rückfällen geschützt, als Leukämiekranke, denen der Keim fehlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Darmbakterien Enterococcus hirae und Barnesiella intestinihominis verstärken hingegen die krebshemmende Wirkung des Chemotherapeutikums Cyclophosphamid, das haben französische Forscher herausgefunden. Offensichtlich wirkt das Chemotherapuetikum auf zwei Arten. Zum einen greift es direkt in das Zellwachstum ein. Zum anderen macht es die Darmbarriere durchlässiger. Dadurch können Keime aus dem Darm direkt mit dem Immunsystem in Verbindung treten und dieses stimulieren, was sich als Segen für die Patienten erweist. Die Immunzellen gehen durch diesen Bakterien-Impuls härter gegen Krebszellen vor und verstärken dadurch die Wirkung der Chemotherapie. In mehreren Studien konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass die Gabe der beiden Mikroorganismen die krebshemmende Immunantwort verstärkt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie kann man bei einer bestehenden Krebserkrankung vorgehen?</h3>



<ul class="wp-block-list"><li>Besprechen Sie den Wunsch, die Darmflora zu schützen bzw. aufzubauen mit Ihren behandelnden Ärzten</li><li>Versuchen Sie sich besonders ausgewogen und darmfreundlich zu ernähren. Wichtig sind präbiotische Ballaststoffe wie Inulin, resistente Stärke, Akazienfasern oder Pektin, die man in Obst, Zwiebeln und allen Laucharten (Porree, Schnittlauch, Knoblauch), Haferflocken und Hülsenfrüchten findet. Akazienfasern sind in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten und gelten als besonders wirksame Förderer der Bifidobakterien. Wie Sie einzelne Bakterien der Darmflora gezielt fördern können, erfahren Sie hier</li><li>Zusätzlich sollten Sie probiotische Bakterien zuführen (nach Absprache mit dem behandelnden Arzt). Diese sollten hochdosiert sein (20 Mrd Keime pro Tagesdosis oder mehr) und mehrere unterschiedliche präbiotische Ballaststoffe enthalten (solche Präparate werden auch als Synbiotika bezeichnet)</li><li>Achten Sie darauf, dass diesen Präparaten KEINE Vitamine zugesetzt sind. Vitamine wie Folsäure oder Antioxidantien wie Vitamin C, E, Beta-Carotin, Selen etc. können während der Krebstherapie die Wirksamkeit der Behandlung verschlechtern.</li><li>Lassen Sie – vor allem bei einer Darmkrebserkrankung – eine Parodontose behandeln. Mehr über die Zusammenhänge zwischen Parodontose und Darmkrebs finden Sie in unserem Artikel <a href="https://schlank-mit-darm.de/parodontose-zahnpflege-schuetzt-vor-darmkrebs/">Zahnpflege schützt vor Darmkrebs</a> </li><li>Versuchen Sie – wann immer möglich – Antibiotika zu meiden. Allerdings sind Antibiotika im Rahmen einer Krebstherapie manchmal auch dringend notwendig – bitte sprechen Sie das immer mit Ihrem Arzt ab</li><li>Lassen Sie – wenn die Krebstherapie und die letzte Antibiotikabehandlung mindestens 3 Monate zurückliegt, Ihre Darmflora testen. Mehr dazu in unserem Artikel <a href="https://schlank-mit-darm.de/kennen-sie-ihre-darmflora-wenn-nein-dann-machen-sie-den-darmtest/">Kennen Sie Ihre Darmflora? Wenn nein dann machen Sie den Darmtest.</a></li></ul>



<h3 class="wp-block-heading">Quellen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Chalabi M, Cardona A, Nagarkar DR et al. (2020) Efficacy of chemotherapy and atezolizumab in patients with non-small-cell lung cancer receiving antibiotics and proton pump inhibitors: pooled post hoc analyses of the OAK and POPLAR trials. Annals of Oncology 31 (4): 525-531: <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0923753420359275" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0923753420359275</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gopalakrishnan V, Spencer CN, Nezi L, et al. (2018) Gut microbiome modulates response to anti-PD-1 immunotherapy in melanoma patients. Science. 359(6371):97–103. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29097493/#affiliation-3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29097493/#affiliation-3</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Naito Y, Uchiyama K, Takagi T et al. (2018) A next-generation beneficial microbe: Akkermansia muciniphila. J Clin Biochem Nutr. 63(1):33-35. <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6064808/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6064808/</a></p>
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		<item>
		<title>Parodontose &#8211; Zahnpflege schützt vor Darmkrebs</title>
		<link>https://schlank-mit-darm.de/parodontose-zahnpflege-schuetzt-vor-darmkrebs/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilemira]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Apr 2020 09:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles Darmgesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Antibiotika]]></category>
		<category><![CDATA[Darmkrebs]]></category>
		<category><![CDATA[Parodontose]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://schlank-mit-darm.de/?p=1141</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Mundschleimhautbakterium, das sich bei Parodontose und Parodontitis rasch auf der Mundschleimhaut vermehrt und dann in größeren Mengen verschluckt werden kann, steht in Verdacht, Darmkrebs zu begünstigen. Nicht nur unser Darm ist ein bakterielles Biotop. Auch die Mundschleimhaut ist dicht mit Mikroorganismen besiedelt. Je nach Zusammensetzung schützen uns die Mundkeime vor Karies und Parodontose oder fördern diese im ungünstigen Fall. Seit kurzem rückt ein Keim mit dem Namen Fusobacterium nucleatum in den Fokus der Mikrobiomforscher. Dieses Bakterium hat bis vor einigen Jahren nur den Zahnarzt interessiert, denn der Lebensraum von F. nucleatum ist eigentlich der Mund. In geringer Konzentration ist der Keim auch im gesunden Zahnfleisch nachweisbar. Sind jedoch die Lebensbedingungen zum Beispiel bei mangelnder Mundhygiene günstig, breitet sich das Fusobakterium rasant aus und fördert die Entstehung von Parodontose und Parodontitis, also von Zahnfleischschwund und Entzündungen des Zahnhalteapparates. In diesem Fall können größere Mengen des Keims durch kleine Verletzungen des Zahnfleischs ins Blut gelangen oder auch verschluckt werden und sich dann bis zum Dickdarm durchschlagen und sich dort ansiedeln. Beides kann sich ungünstig auf unsere Gesundheit auswirken. F. nucleatum wird inzwischen mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten, Arterienverkalkung und Darmkrebs in Verbindung gebracht und die Beweislast ist erdrückend. Parodontose Bakterien begleiten Darmkrebszellen&#160; Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland. Die typische westliche Ernährung mit viel Fleisch, Kohlenhydraten und wenigen Ballaststoffen sowie eine erbliche Vorbelastung erhöhen das Risiko zu erkranken. Doch möglicherweise muss man zukünftig noch einen anderen Risikofaktor berücksichtigen, nämlich das Vorkommen von F. nucleatum im Darm. Wissenschaftler haben kürzliche festgestellt, dass dieser Keim in einer gut funktionierenden Wohngemeinschaft mit Darmkrebszellen lebt. In Tumorgewebe wird er 79-mal häufiger nachgewiesen, als in gesunden Darmzellen. Selbst, wenn der Tumor Metastasen bildet, dann nimmt er den Keim mit. Genetisch identische Bakterien waren im Primärtumor im Darmgewebe ebenso nachweisbar wie in Absiedelungen in der Leber. Hatten die ursprünglichen Tumorzellen aber keine bakteriellen Begleiter, dann fand man diese auch nicht in den Tochtergeschwülsten. Warum besteht diese enge symbiotische Beziehung zwischen dem Bakterium aus der Mundhöhle und dem Tumor am anderen Ende des Magen-Darm-Trakts? Die Antwort ist ebenso einfach wie unheimlich: Weil beide einen deutlichen Nutzen haben. F. nucleatum profitiert von der meist sauren Umgebung des Tumors und kann sich dort gut ansiedeln. Dafür hält das Bakterium eine schützende Hand über die Krebszellen, indem es den so genannten „programmierten Zelltod“ (Apoptose) durch die klassischen Chemotherapien verhindert. Dadurch werden die Tumorzellen resistent gegen die Anti-Krebs-Therapie. Und auch das Immunsystem kommt nicht mehr an die entarteten Zellen ran, wenn F. nucleatum sie beschützt. Das Bakterium hindert die Killerzellen des Immunsystems (der Name ist hier Programm) daran, die feindlichen Krebszellen zu eliminieren, indem es wichtige Andockstellen (Rezeptoren) der Immunzellen blockiert. Antibiotika oder Probiotika? Nun liegt die Frage auf der Hand, ob zum Beispiel Antibiotika den Tumor seines Bakterienschutzes berauben können. Die interessante Antwort: Ja, sie können es – aber nur zum Teil. Die Behandlung mit dem Antibiotikum Metronidazol führte zumindest bei Tieren zu einer messbaren Verkleinerung des Tumors, nicht aber zum völligen Verschwinden. Als Kontrolle diente eine Gruppe Mäuse, die mit einem anderen Antibiotikum (Erythromycin) behandelt wurden, gegen das die Keime aber resistent sind. Hier schrumpften die Krebsgeschwüre nicht. Auch probiotische Kaugummis oder Lutschtabletten können die Mundflora verbessern und die Behandlung einer Parodontose oder Parodontitis unterstützen Quellen: https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Zaehneputzen-schuetzt-offenbar-das-Herz-404583.html?utm_campaign=AEZ_NL_TELEGRAMM&#38;utm_source=2019-12-02-AEZ_NL_TELEGRAMM&#38;utm_medium=email&#38;tid=TIDP404194X46AE113778C042CD94D0F8846E712444YI4</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://schlank-mit-darm.de/parodontose-zahnpflege-schuetzt-vor-darmkrebs/">Parodontose &#8211; Zahnpflege schützt vor Darmkrebs</a> erschien zuerst auf <a href="https://schlank-mit-darm.de">Gesund mit Darm</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Ein Mundschleimhautbakterium, das sich bei Parodontose und Parodontitis rasch auf der Mundschleimhaut vermehrt und dann in größeren Mengen verschluckt werden kann, steht in Verdacht, Darmkrebs zu begünstigen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur unser Darm ist ein bakterielles Biotop. Auch die
Mundschleimhaut ist dicht mit Mikroorganismen besiedelt. Je nach
Zusammensetzung schützen uns die Mundkeime vor Karies und Parodontose oder
fördern diese im ungünstigen Fall. Seit kurzem rückt ein Keim mit dem Namen
Fusobacterium nucleatum in den Fokus der Mikrobiomforscher. Dieses Bakterium
hat bis vor einigen Jahren nur den Zahnarzt interessiert, denn der Lebensraum
von F. nucleatum ist eigentlich der Mund. In geringer Konzentration ist der
Keim auch im gesunden Zahnfleisch nachweisbar. Sind jedoch die
Lebensbedingungen zum Beispiel bei mangelnder Mundhygiene günstig, breitet sich
das Fusobakterium rasant aus und fördert die Entstehung von Parodontose und
Parodontitis, also von Zahnfleischschwund und Entzündungen des
Zahnhalteapparates. In diesem Fall können größere Mengen des Keims durch kleine
Verletzungen des Zahnfleischs ins Blut gelangen oder auch verschluckt werden
und sich dann bis zum Dickdarm durchschlagen und sich dort ansiedeln. Beides
kann sich ungünstig auf unsere Gesundheit auswirken. F. nucleatum wird
inzwischen mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten, Arterienverkalkung und
Darmkrebs in Verbindung gebracht und die Beweislast ist erdrückend. </p>



<h4 class="wp-block-heading">Parodontose Bakterien begleiten Darmkrebszellen&nbsp; </h4>



<p class="wp-block-paragraph">Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland. Die typische westliche Ernährung mit viel Fleisch, Kohlenhydraten und wenigen Ballaststoffen sowie eine erbliche Vorbelastung erhöhen das Risiko zu erkranken. Doch möglicherweise muss man zukünftig noch einen anderen Risikofaktor berücksichtigen, nämlich das Vorkommen von F. nucleatum im Darm. Wissenschaftler haben kürzliche festgestellt, dass dieser Keim in einer gut funktionierenden Wohngemeinschaft mit Darmkrebszellen lebt. In Tumorgewebe wird er 79-mal häufiger nachgewiesen, als in gesunden Darmzellen. Selbst, wenn der Tumor Metastasen bildet, dann nimmt er den Keim mit. Genetisch identische Bakterien waren im Primärtumor im Darmgewebe ebenso nachweisbar wie in Absiedelungen in der Leber. Hatten die ursprünglichen Tumorzellen aber keine bakteriellen Begleiter, dann fand man diese auch nicht in den Tochtergeschwülsten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum besteht diese enge symbiotische Beziehung zwischen dem Bakterium aus der Mundhöhle und dem Tumor am anderen Ende des Magen-Darm-Trakts? Die Antwort ist ebenso einfach wie unheimlich: Weil beide einen deutlichen Nutzen haben. F. nucleatum profitiert von der meist sauren Umgebung des Tumors und kann sich dort gut ansiedeln. Dafür hält das Bakterium eine schützende Hand über die Krebszellen, indem es den so genannten „programmierten Zelltod“ (Apoptose) durch die klassischen Chemotherapien verhindert. Dadurch werden die Tumorzellen resistent gegen die Anti-Krebs-Therapie. Und auch das Immunsystem kommt nicht mehr an die entarteten Zellen ran, wenn F. nucleatum sie beschützt. Das Bakterium hindert die Killerzellen des Immunsystems (der Name ist hier Programm) daran, die feindlichen Krebszellen zu eliminieren, indem es wichtige Andockstellen (Rezeptoren) der Immunzellen blockiert. </p>



<h4 class="wp-block-heading">Antibiotika oder <a href="https://schlank-mit-darm.de/stoerung-der-darmflora-bei-akne-so-helfen-probiotika/">Probiotika</a>?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Nun liegt die Frage auf der Hand, ob zum Beispiel
Antibiotika den Tumor seines Bakterienschutzes berauben können. Die
interessante Antwort: Ja, sie können es – aber nur zum Teil. Die Behandlung mit
dem Antibiotikum Metronidazol führte zumindest bei Tieren zu einer messbaren
Verkleinerung des Tumors, nicht aber zum völligen Verschwinden. Als Kontrolle
diente eine Gruppe Mäuse, die mit einem anderen Antibiotikum (Erythromycin)
behandelt wurden, gegen das die Keime aber resistent sind. Hier schrumpften die
Krebsgeschwüre nicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch probiotische Kaugummis oder Lutschtabletten können die
Mundflora verbessern und die Behandlung einer Parodontose oder Parodontitis
unterstützen</p>



<h4 class="wp-block-heading">Quellen:</h4>



<p class="wp-block-paragraph"><a aria-label="https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Zaehneputzen-schuetzt-offenbar-das-Herz-404583.html?utm_campaign=AEZ_NL_TELEGRAMM&amp;utm_source=2019-12-02-AEZ_NL_TELEGRAMM&amp;utm_medium=email&amp;tid=TIDP404194X46AE113778C042CD94D0F8846E712444YI4 (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Zaehneputzen-schuetzt-offenbar-das-Herz-404583.html?utm_campaign=AEZ_NL_TELEGRAMM&amp;utm_source=2019-12-02-AEZ_NL_TELEGRAMM&amp;utm_medium=email&amp;tid=TIDP404194X46AE113778C042CD94D0F8846E712444YI4" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Zaehneputzen-schuetzt-offenbar-das-Herz-404583.html?utm_campaign=AEZ_NL_TELEGRAMM&amp;utm_source=2019-12-02-AEZ_NL_TELEGRAMM&amp;utm_medium=email&amp;tid=TIDP404194X46AE113778C042CD94D0F8846E712444YI4</a></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neurodermitis und Darmflora – gibt es Zusammenhänge?</title>
		<link>https://schlank-mit-darm.de/neurodermitis-und-darmflora-gibt-es-zusammenhaenge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilemira]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Nov 2017 10:26:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles Darmgesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Antibiotika]]></category>
		<category><![CDATA[Darmflora]]></category>
		<category><![CDATA[Darmkeime]]></category>
		<category><![CDATA[Neurodermitis]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://schlank-mit-darm.de/?p=366</guid>

					<description><![CDATA[<p>Über die Zusammenhänge zwischen Neurodermitis und einer Störung der Darmflora wird kontrovers diskutiert.  In diesem Artikel finden Sie  Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Neurodermitis und Darmflora. Warum kann die Darmflora bei der Entstehung einer Neurodermitis eine Rolle spielen? Wie kann die Darmflora eine Neurodermitis verschlechtern? Was hat der Darm mit Allergien zu tun? Können Antibiotika das Risiko für Allergien und Neurodermitis erhöhen? Warum haben kleine Kinder schon Allergien und Neurodermitis? Sie können doch noch gar keine Störung der Darmflora entwickelt haben. Kann man bereits anhand einer Darmflorauntersuchung das Risiko für Neurodermitis vorhersagen? Sind strenge Diäten sinnvoll, um eine Neurodermitis zu behandeln? Wie fördert man eine gesunde Darmflora? Warum sind präbiotische Ballaststoffe für die Darmflora so wichtig? Wie helfen Probiotika? Gibt es probiotische Keime, die die Haut verschlechtern können? Literatur   Warum kann die Darmflora bei der Entstehung einer Neurodermitis eine Rolle spielen? Natürlich gibt es verschiedene Gründe für die Entstehung einer Neurodermitis. Da ist zum einen die erbliche Belastung, die das Risiko für den Ausbruch der Erkrankung erhöhen kann. Doch nicht jedes erblich vorbelastete Kind erkrankt auch an Neurodermitis. Die Neurodermitis wird häufig begleitet von anderen so genannten „atopischen Erkrankungen“ wie Heuschnupfen, Asthma oder auch Allergien gegen Nahrungsmittel. Und dann gibt es noch die so genannten „Triggerfaktoren“. Stress gehört dazu oder auch eine Störung der Darmflora (Dysbiose). Diese Triggerfaktoren können bei jedem andere sein, aber bei einem großen Teil der Betroffenen ist eine Störung der Darmflora eine (Teil)-Ursache. Wie kann die Darmflora eine Neurodermitis verschlechtern? Eine Störung der bakteriellen Besiedelung der Haut, der Schleimhäute und des Darms wird inzwischen mit der Entstehung zahlreicher entzündlicher Erkrankungen oder Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht. Auch bei der Entstehung atopischer Erkrankungen (Neurodermitis, Heuschnupfen, Asthma) vermutet man schon länger, dass &#8211; neben weiteren Faktoren &#8211; auch eine Störung der Darmflora sowie zu wenig Keimkontakte in jungen Jahren schuld sein könnte. (Hua, Kobayashi). Wissenschaftler vermuten, dass wir durch unseren modernen Lebensstil (regelmäßiges Putzen, desinfizierende Haushaltsreiniger, wenige Geschwister, seltener Aufenthalt im Freien, Einnahme von Antiobiotika) zu wenig in Kontakt mit Keimen kommen. Dadurch nimmt auch die so wichtige bakterielle Vielfalt auf der Haut und im Darm ab. Was hat der Darm mit Allergien zu tun? Der Darm ist das größte Immunzentrum des Körpers. 70 Prozent aller Abwehrzellen, auch solche, die Allergien und Neurodermitis auslösen, befinden sich im Darm. Hier kommen sie schon früh mit Bakterien in Berührung und werden dadurch trainiert. Die Immunzellen lernen auch, harmlose Stoffe wie Pollen oder Nahrungsmittel zu tolerieren. Hat ein Kind in den ersten Lebensjahren jedoch zu wenige Kontakte zu Mikroorganismen, dann bleibt das Immunsystem im Darm unterentwickelt bzw. gerät in eine Schieflage. Abwehrzellen, die für Entzündung und Allergien verantwortlich sind, gewinnen die Oberhand und diese reagieren überempfindlich auf eigentlich harmlose Umweltstoffe. Können Antibiotika das Risiko für Allergien und Neurodermitis erhöhen? Kaum etwas bringt die Darmflora so stark durcheinander, wie die Antibiotika. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Antibiotikagaben das Risiko für Allergien deutlich erhöhen können, vor allem, wenn diese schon in jungen Jahren verabreicht wurden. Die Keimkiller unterscheiden nicht zwischen Freund und Feind und dezimieren die krankmachenden Keime genauso, wie unsere lebensnotwendigen Helfer im Darm und auf der Haut. Antibiotika bei Kindern Frühere Untersuchungen haben bereits eindeutig zeigen können, dass häufige Antibiotikagaben sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen das Risiko für Übergewicht stark erhöhen. Antibiotikagaben in den ersten Lebensjahren scheinen besonders problematisch zu sein, denn sie beeinflussen die Zusammensetzung der Darmflora nachhaltig. Bis zu ihrem zweiten Geburtstag haben Kinder durchschnittlich zwei bis drei Antibiotikatherapien hinter sich. Was das bedeutet, hat die niederländische Wissenschaftlerin Fariba Ahmadizar von der Universität Utrecht näher untersucht. Sie und ihr Team werten zahlreiche Studien, die die Daten von insgesamt 400.000 Personen umfassten, aus. Das Ergebnis ist erschreckend: Kinder, die in den ersten beiden Lebensjahren mindestens einmal Antibiotika erhielten, erkrankten später deutlich häufiger an Allergien. Das Heuschnupfenrisiko stieg um rund 50 Prozent an, die Wahrscheinlichkeit, Neurodermitis und Ekzeme zu bekommen, lag um rund 40 Prozent höher und auch Asthma wurde öfters diagnostiziert, wenn Antibiotika verabreicht wurden – je häufiger, desto wahrscheinlicher. Die Forscher sehen einen Hauptgrund in einer Veränderung der Darmflora durch diese Medikamente. (European Lung Foundation 2016) Die Darmflora von Kleinkindern braucht Monate, manchmal Jahre, um sich zu regenerieren. Werden jedoch in jungen Jahren gleich mehrere Antibiotikatherapien verabreicht, fehlt dem Mikrobiom die Zeit, sich zu erholen. Auch zwei Jahren nach der Antibiotikagabe ist dann der ursprüngliche Zustand der Keimzusammensetzung noch nicht vollständig wiederhergestellt. Auswirkungen von Antibiotika Wirkstoffgruppen Wie stark die Gemeinschaft der Darmbakterien durcheinandergewirbelt wird, hängt aber auch von der Art des Antibiotikums ab, denn manche reißen offensichtlich größere Lücken in die Darmflora als andere. Vor allem so genannte Makrolid-Antibiotika, zu denen das bei Kindern häufig eingesetzte Erythromycin, aber auch Roxithromycin, Clarithromycin und Azithromycin gehören, schädigen die Zusammensetzung der Mikroorganismen im Darm nachhaltig. Die nützlichen und auch für die gesunde Entwicklung von Kindern notwendigen Keime aus der Gruppe der Actinobacteria, zu denen auch Bifidobakterien gehören, werden deutlich reduziert und sind nach einer Therapie manchmal kaum noch nachweisbar. Bedenklich: Ein Keim mit der Bezeichnung Rothia, von dem bekannt ist, dass er vor Asthma schützt, wird ebenfalls häufig durch die Antibiotikagaben ausgemerzt. Andere, unerwünschte Keime nutzen die Lücken der Darmflora, um sich ungehindert auszubreiten. (Korpela 2016). Darmflora und Penicillin Zukünftig sollten Eltern, gemeinsam mit dem Kinderarzt genau überlegen, ob eine Antibiotikabehandlung notwendig ist und ob man Makrolide einsetzen sollte oder ob sich auch mit einem weniger breit wirksamen Antibiotikum gute Effekte erzielen lassen. In der Studie hatte zum Beispiel Penicillin keine so langfristigen negativen Auswirkungen auf die Darmflora. Allerdings muss man auch bedenken, das nicht bei allen bakteriellen Erkrankungen Penicillin das Mittel der ersten Wahl ist und manchmal auch ein wirksamerer Keimkiller benötigt wird. Fazit: Wenn eine Antibiose unumgänglich ist, sollte man anschließend der Darmflora mit einer darmgesunden Ernährung sowie einer mindestens vierwöchigen Prä- und Probiotikagabe wieder auf die Beine helfen. Warum haben kleine Kinder schon Allergien und Neurodermitis? Sie können doch noch gar keine Störung der Darmflora entwickelt haben. Auch Kinder sind schon Faktoren ausgesetzt, die ihre Darmflora beeinflussen. Im Mutterleib ist der Darm des Kindes fast keimfrei. Die Besiedelung mit nützlichen Bakterien beginnt während der Geburt und in den ersten Tagen danach. Kinder die vaginal entbunden werden, haben eine andere Darmflora als solche, die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, Stillkinder entwickeln eine andere Darmbesiedelung als Flaschenbabys. Faktoren wie Hygiene (zu hygienisch ist für die Darmflora schlecht), Geschwister (je mehr Geschwister, desto geringer das Risiko für Allergien und Neurodermitis), Haustiere oder Bauernhofumgebung (beides gut) beeinflussen in den nächsten Monaten die Zusammensetzung der Darmflora. Auswirkung eines Kaiserschnitts auf die Darmflora Eine US-amerikanische Studie konnte jetzt nachweisen, dass Kinder, die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, ein bis zu fünffach höheres Risiko haben, mit zwei Jahren eine Allergie zu entwickeln als Kinder, die auf natürlichem Weg das Licht der Welt erblicken. Studienleiterin Christine Cole Johnson vom Henry Ford Hospital in Detroit glaubt, dass bereits „der Kontakt mit Bakterien im Geburtskanal wesentlichen Einfluss auf das Immunsystem der Kinder hat&#8220;. Bei einer Kaiserschnittgeburt werden Kinder nicht mit den wichtigen, schützenden Keimen aus dem Geburtskanal der Mutter „geimpft“. Die ersten Keime, die sich bei Kaiserschnittkinder ansiedeln, sind Bakterien, die sich auf der Haut von Eltern und Pflegern oder Instrumenten befinden und diese sind für den jungen Darm und die Abwehrkräfte problematisch. Dadurch produzieren Kaiserschnittkinder von Anfang an größere Mengen des Allergieauslösers Immunglobulin E. (Cole Johnson 2013) Kann man bereits anhand einer Darmflorauntersuchung das Risiko für Neurodermitis vorhersagen? Wie problematisch sich die falschen Keime auswirken können, zeigen Untersuchungen an Kindern aus Schweden, einem Land mit vielen Allergikern und Estland, einem Land, in dem Asthma, Heuschnupfen und Hautekzeme (noch) selten sind. Offensichtlich bestehen zwischen Kindern mit und ohne Allergien tatsächlich deutliche Unterschiede in der Darmbesiedelung. Darmflora und Allergie Die Wissenschaftler untersuchten die Stuhlproben von 44 Kinder direkt nach der Geburt und dann in regelmäßigen Abständen alle paar Monate. Zu diesem Zeitpunkt war nicht klar, welche Kinder später einmal überempfindlich reagieren würden. Mit zwei Jahren litten insgesamt 18 Kinder unter Neurodermitis oder Allergien. Das Spannende: Bevor überhaupt irgendein Anzeichen einer Überempfindlichkeit feststellbar war, ließ sich bereits anhand der Stuhlprobe voraussagen, welche Kinder Allergien entwickeln werden und welche nicht. Den späteren Allergiekindern mangelte es schon in den ersten Lebensmonaten an günstigen und schützenden Bakterien wie Lactobazillen (Milchsäurebakterien), Bifidobakterien, Enterokokken, Keimen aus der Gruppe der Bacteroidetes und Bakterien mit so seltsamen Namen wie Faecalibacterium prausnitzii und Akkermansia muciniphila. (Candela 2012) Dafür gewannen schon früh andere Keime wie Staphylokokken und Clostridien die Oberhand im Darm (Björkstén 1999 und 2001). Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen auch niederländische Forscher. Sie untersuchten die Darmflora von 957 Säuglingen im Alter von einem Monat und beobachteten die Entwicklung allergischer Erkrankungen in den folgenden zwei Jahren. Atopische Erkrankungen Auch hier ließ sich vorhersagen, wer später unter so genannten „atopischen“ Erkrankungen litt. Kinder, die viele E. coli Bakterien im Darm hatten, wiesen ein größeres Risiko auf, später Ekzeme zu entwickeln – je höher die Keimzahl, desto wahrscheinlicher. Auch die mit vielen Clostridien bekamen später ebenfalls häufiger Neurodermitis, Asthma und andere Allergien. (Penders 2007) Offensichtlich scheint eine Stimulation des noch nicht ausgereiften Immunsystems durch die falschen Keime das Verhältnis bestimmter Abwehrzellen in Richtung Allergie zu verändern. Fazit: Fast alle Studien bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit allergischen Erkrankungen und Ekzemen konnten ein Überwiegen entzündungsfördernder Keimen im Darm und einen Mangel an schützenden Bakterien feststellen. Sind strenge Diäten sinnvoll, um eine Neurodermitis zu behandeln? Nein, definitiv nicht. Ich hatte mal ein Kind in der Praxis, dass ein Jahr lang nur mit Reis, Hühnchen, Gurke und Zucchini ernährt wurde, weil ein Therapeut sagte, es sei gegen alles andere allergisch. Das Kind hatte eine Blutarmut, war entwicklungsverzögert und hatte weiterhin schlimme Ekzeme – trotz einem Jahr strenger Diät. Jeder muss selber für sich herausfinden, was er nicht verträgt. Das beschränkt sich aber meistens auf ein paar wenige Nahrungsmittel.Das Problem bei strengen und einseitigen Diäten ist, dass auch die Darmflora leidet. Wichtig für unsere Gesundheit ist eine abwechslungsreiche Darmflora und die bekommt man nur, wenn man abwechslungsreich isst. Wie fördert man eine gesunde Darmflora? Häufig spricht man allgemein von „Darmreinigung“. Dieser Begriff ist irreführend, denn er lässt vermuten, dass man im Darm erst mal aufräumen muss um für eine gesunde Darmflora (Mikrobiom) zu sorgen. Häufig wird zur Darmreinigung das Abführen mit Glaubersalz, das so genannte „Glaubern“ empfohlen. Andere setzen auf Darmspülungen und Einläufe. Hätten unsere Helfer im Darm eine Stimme, würden sie laut um Hilfe schreien, denn diese Form der „Darmpflege“ bringt das Leben im Verdauungstrakt ganz schön durcheinander. Ähnlich wie Antibiotika unterscheiden auch Abführmittel und Darmspülungen nicht zwischen Freund und Feind und dezimieren die guten wie die schlechten Keime. Kurz nach dem Glaubern findet man deutlich weniger der guten und hilfreichen Bacteroidetes, Bifidobakterien, Milchsäurestämme sowie anderer darmfreundlicher Vertreter. Proteobakterien und Enterobakterien Dafür nehmen Proteobakterien und Enterobakterien zu. Diese Konstellation schaltet im Darm alle Hebel auf Entzündung. Werden nach dem Abführen nicht ausreichend präbiotische Ballaststoffe zugeführt, etabliert sich eine Entzündungsflora im Darm. Direkt nach dem Abführen ist der Darm zudem besonders empfänglich für die Neuaufnahme pathogener, also krankheitsverursachender Keime. (Gorkiewicz 2013, Jalanka 2015) Prinzipiell gilt: Das „Durchspülen“ macht die Situation im Darm nicht besser, sondern schlechter. Keime, die Entzündungen, Allergien und Ekzeme fördern, nehmen anschließend Überhand. Außer zu diagnostischen Zwecken im Rahmen einer Darmuntersuchung sollte man um alle Formen der Darmreinigung einen großen Bogen machen – zum Wohle einer vielfältigen, gesunden und stabilen Darmflora. Warum sind präbiotische Ballaststoffe für die Darmflora so wichtig? Präbiotische Ballaststoffe, oder auch Präbiotika sind unverdauliche Pflanzenbestandteile, die den Bakterien weiter unten im Dickdarm als „Futter“ zur Verfügung stehen. Dadurch wird die Entwicklung einer gesunden Darmflora gefördert. Die Bakterien vergären die präbiotischen Pflanzenfasern. Als Nebenprodukte entstehen Fettsäuren wie Buttersäure, Propionsäure und Essigsäure. Diese wirken entzündungshemmend und stärken die Darmbarriere. Bakterien benötigen Pflanzenfasern für ihre Entwicklung. Zu wenige Pflanzenfasern in der Nahrung führen zu einer Verarmung der Bakterienflora. Dadurch könne wichtige Substanzen für unsere Gesundheit, für unser Immunsystem und Stoffe, die entzündungshemmend wirken nicht mehr gebildet werden. Präbiotische Ballaststoffe sind nur in einigen Nahrungsmitteln wie Hülsenfrüchten, Lauchgemüse (Zwiebel, Knoblauch, Porree, Schnittlauch), Haferflocken, Topinambur, Pastinaken etc. zu finden. Man kann sie aber auch in Form von...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Über die Zusammenhänge zwischen Neurodermitis und einer Störung der Darmflora wird kontrovers diskutiert.  In diesem Artikel finden Sie  Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Neurodermitis und Darmflora.</p>
<p><span id="more-366"></span></p>
<p><a href="#Neurodermitis-Darmflora">Warum kann die Darmflora bei der Entstehung einer Neurodermitis eine Rolle spielen?</a></p>
<p><a href="#Neurodermitis-Darmflora2">Wie kann die Darmflora eine Neurodermitis verschlechtern?</a></p>
<p><a href="#Neurodermitis-Allergie">Was hat der Darm mit Allergien zu tun?</a></p>
<p><a href="#Neurodermitis-Antibiotika">Können Antibiotika das Risiko für Allergien und Neurodermitis erhöhen?</a></p>
<p><a href="#Neurodermitis-Kinder">Warum haben kleine Kinder schon Allergien und Neurodermitis? Sie können doch noch gar keine Störung der Darmflora entwickelt haben.</a></p>
<p><a href="#Neurodermitis-Darmflorauntersuchung">Kann man bereits anhand einer Darmflorauntersuchung das Risiko für Neurodermitis vorhersagen?</a></p>
<p><a href="#Neurodermitis-Diät">Sind strenge Diäten sinnvoll, um eine Neurodermitis zu behandeln?</a></p>
<p><a href="#Neurodermitis-Darmflora3">Wie fördert man eine gesunde Darmflora?</a></p>
<p><a href="#Neurodermitis-Ballaststoffe">Warum sind präbiotische Ballaststoffe für die Darmflora so wichtig?</a></p>
<p><a href="#Neurodermitis-Probiotika">Wie helfen Probiotika?</a></p>
<p><a href="#Neurodermitis-Keime">Gibt es probiotische Keime, die die Haut verschlechtern können?</a></p>
<p><a href="#Neurodermitis-Literatur">Literatur</a></p>
<p> </p>
<hr />
<h4 id="Neurodermitis-Darmflora">Warum kann die Darmflora bei der Entstehung einer Neurodermitis eine Rolle spielen?</h4>
<p>Natürlich gibt es verschiedene Gründe für die Entstehung einer <a href="https://schlank-mit-darm.de/hautkur-mit-aktiven-probiotika-bietet-neue-chance-bei-neurodermitis/">Neurodermitis</a>. Da ist zum einen die erbliche Belastung, die das Risiko für den Ausbruch der Erkrankung erhöhen kann. Doch nicht jedes erblich vorbelastete Kind erkrankt auch an Neurodermitis. Die Neurodermitis wird häufig begleitet von anderen so genannten „atopischen Erkrankungen“ wie Heuschnupfen, Asthma oder auch Allergien gegen Nahrungsmittel. Und dann gibt es noch die so genannten „Triggerfaktoren“. Stress gehört dazu oder auch eine Störung der Darmflora (Dysbiose). Diese Triggerfaktoren können bei jedem andere sein, aber bei einem großen Teil der Betroffenen ist eine Störung der Darmflora eine (Teil)-Ursache.</p>
<hr />
<h4 id="Neurodermitis-Darmflora2">Wie kann die Darmflora eine Neurodermitis verschlechtern?</h4>
<p>Eine Störung der bakteriellen Besiedelung der Haut, der Schleimhäute und des Darms wird inzwischen mit der Entstehung zahlreicher entzündlicher Erkrankungen oder Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht. Auch bei der Entstehung atopischer Erkrankungen (Neurodermitis, Heuschnupfen, Asthma) vermutet man schon länger, dass &#8211; neben weiteren Faktoren &#8211; auch eine Störung der Darmflora sowie zu wenig Keimkontakte in jungen Jahren schuld sein könnte. (Hua, Kobayashi). Wissenschaftler vermuten, dass wir durch unseren modernen Lebensstil (regelmäßiges Putzen, desinfizierende Haushaltsreiniger, wenige Geschwister, seltener Aufenthalt im Freien, Einnahme von Antiobiotika) zu wenig in Kontakt mit Keimen kommen. Dadurch nimmt auch die so wichtige bakterielle Vielfalt auf der Haut und im Darm ab.</p>
<hr />
<h4 id="Neurodermitis-Allergie">Was hat der Darm mit Allergien zu tun?</h4>
<p>Der Darm ist das größte Immunzentrum des Körpers. 70 Prozent aller Abwehrzellen, auch solche, die Allergien und Neurodermitis auslösen, befinden sich im Darm. Hier kommen sie schon früh mit Bakterien in Berührung und werden dadurch trainiert. Die Immunzellen lernen auch, harmlose Stoffe wie Pollen oder Nahrungsmittel zu tolerieren. Hat ein Kind in den ersten Lebensjahren jedoch zu wenige Kontakte zu Mikroorganismen, dann bleibt das Immunsystem im Darm unterentwickelt bzw. gerät in eine Schieflage. Abwehrzellen, die für Entzündung und Allergien verantwortlich sind, gewinnen die Oberhand und diese reagieren überempfindlich auf eigentlich harmlose Umweltstoffe.</p>
<hr />
<h4 id="Neurodermitis-Antibiotika">Können Antibiotika das Risiko für Allergien und Neurodermitis erhöhen?</h4>
<p>Kaum etwas bringt die Darmflora so stark durcheinander, wie die Antibiotika. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Antibiotikagaben das Risiko für Allergien deutlich erhöhen können, vor allem, wenn diese schon in jungen Jahren verabreicht wurden. Die Keimkiller unterscheiden nicht zwischen Freund und Feind und dezimieren die krankmachenden Keime genauso, wie unsere lebensnotwendigen Helfer im Darm und auf der Haut.</p>
<h5>Antibiotika bei Kindern</h5>
<p>Frühere Untersuchungen haben bereits eindeutig zeigen können, dass häufige Antibiotikagaben sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen das Risiko für Übergewicht stark erhöhen. Antibiotikagaben in den ersten Lebensjahren scheinen besonders problematisch zu sein, denn sie beeinflussen die Zusammensetzung der Darmflora nachhaltig. Bis zu ihrem zweiten Geburtstag haben Kinder durchschnittlich zwei bis drei Antibiotikatherapien hinter sich.</p>
<p>Was das bedeutet, hat die niederländische Wissenschaftlerin Fariba Ahmadizar von der Universität Utrecht näher untersucht. Sie und ihr Team werten zahlreiche Studien, die die Daten von insgesamt 400.000 Personen umfassten, aus. Das Ergebnis ist erschreckend: Kinder, die in den ersten beiden Lebensjahren mindestens einmal Antibiotika erhielten, erkrankten später deutlich häufiger an Allergien. Das Heuschnupfenrisiko stieg um rund 50 Prozent an, die Wahrscheinlichkeit, Neurodermitis und Ekzeme zu bekommen, lag um rund 40 Prozent höher und auch Asthma wurde öfters diagnostiziert, wenn Antibiotika verabreicht wurden – je häufiger, desto wahrscheinlicher. Die Forscher sehen einen Hauptgrund in einer Veränderung der Darmflora durch diese Medikamente. (European Lung Foundation 2016)</p>
<p>Die Darmflora von Kleinkindern braucht Monate, manchmal Jahre, um sich zu regenerieren. Werden jedoch in jungen Jahren gleich mehrere Antibiotikatherapien verabreicht, fehlt dem Mikrobiom die Zeit, sich zu erholen. Auch zwei Jahren nach der Antibiotikagabe ist dann der ursprüngliche Zustand der Keimzusammensetzung noch nicht vollständig wiederhergestellt.</p>
<h5>Auswirkungen von Antibiotika Wirkstoffgruppen</h5>
<p>Wie stark die Gemeinschaft der Darmbakterien durcheinandergewirbelt wird, hängt aber auch von der Art des Antibiotikums ab, denn manche reißen offensichtlich größere Lücken in die Darmflora als andere. Vor allem so genannte Makrolid-Antibiotika, zu denen das bei Kindern häufig eingesetzte Erythromycin, aber auch Roxithromycin, Clarithromycin und Azithromycin gehören, schädigen die Zusammensetzung der Mikroorganismen im Darm nachhaltig. Die nützlichen und auch für die gesunde Entwicklung von Kindern notwendigen Keime aus der Gruppe der Actinobacteria, zu denen auch Bifidobakterien gehören, werden deutlich reduziert und sind nach einer Therapie manchmal kaum noch nachweisbar. Bedenklich: Ein Keim mit der Bezeichnung Rothia, von dem bekannt ist, dass er vor Asthma schützt, wird ebenfalls häufig durch die Antibiotikagaben ausgemerzt. Andere, unerwünschte Keime nutzen die Lücken der Darmflora, um sich ungehindert auszubreiten. (Korpela 2016).</p>
<h5>Darmflora und Penicillin</h5>
<p>Zukünftig sollten Eltern, gemeinsam mit dem Kinderarzt genau überlegen, ob eine Antibiotikabehandlung notwendig ist und ob man Makrolide einsetzen sollte oder ob sich auch mit einem weniger breit wirksamen Antibiotikum gute Effekte erzielen lassen.</p>
<p>In der Studie hatte zum Beispiel Penicillin keine so langfristigen negativen Auswirkungen auf die Darmflora. Allerdings muss man auch bedenken, das nicht bei allen bakteriellen Erkrankungen Penicillin das Mittel der ersten Wahl ist und manchmal auch ein wirksamerer Keimkiller benötigt wird.</p>
<p>Fazit: Wenn eine Antibiose unumgänglich ist, sollte man anschließend der Darmflora mit einer darmgesunden Ernährung sowie einer mindestens vierwöchigen Prä- und Probiotikagabe wieder auf die Beine helfen.</p>
<hr />
<h4 id="Neurodermitis-Kinder">Warum haben kleine Kinder schon Allergien und Neurodermitis? Sie können doch noch gar keine Störung der Darmflora entwickelt haben.</h4>
<p>Auch Kinder sind schon Faktoren ausgesetzt, die ihre Darmflora beeinflussen. Im Mutterleib ist der Darm des Kindes fast keimfrei. Die Besiedelung mit nützlichen Bakterien beginnt während der Geburt und in den ersten Tagen danach. Kinder die vaginal entbunden werden, haben eine andere Darmflora als solche, die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, Stillkinder entwickeln eine andere Darmbesiedelung als Flaschenbabys.</p>
<p>Faktoren wie Hygiene (zu hygienisch ist für die Darmflora schlecht), Geschwister (je mehr Geschwister, desto geringer das Risiko für Allergien und Neurodermitis), Haustiere oder Bauernhofumgebung (beides gut) beeinflussen in den nächsten Monaten die Zusammensetzung der Darmflora.</p>
<h5>Auswirkung eines Kaiserschnitts auf die Darmflora</h5>
<p>Eine US-amerikanische Studie konnte jetzt nachweisen, dass Kinder, die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, ein bis zu fünffach höheres Risiko haben, mit zwei Jahren eine Allergie zu entwickeln als Kinder, die auf natürlichem Weg das Licht der Welt erblicken. Studienleiterin Christine Cole Johnson vom Henry Ford Hospital in Detroit glaubt, dass bereits „der Kontakt mit Bakterien im Geburtskanal wesentlichen Einfluss auf das Immunsystem der Kinder hat&#8220;.</p>
<p>Bei einer Kaiserschnittgeburt werden Kinder nicht mit den wichtigen, schützenden Keimen aus dem Geburtskanal der Mutter „geimpft“. Die ersten Keime, die sich bei Kaiserschnittkinder ansiedeln, sind Bakterien, die sich auf der Haut von Eltern und Pflegern oder Instrumenten befinden und diese sind für den jungen Darm und die Abwehrkräfte problematisch. Dadurch produzieren Kaiserschnittkinder von Anfang an größere Mengen des Allergieauslösers Immunglobulin E. (Cole Johnson 2013)</p>
<hr />
<h4 id="Neurodermitis-Darmflorauntersuchung">Kann man bereits anhand einer Darmflorauntersuchung das Risiko für Neurodermitis vorhersagen?</h4>
<p>Wie problematisch sich die falschen Keime auswirken können, zeigen Untersuchungen an Kindern aus Schweden, einem Land mit vielen Allergikern und Estland, einem Land, in dem Asthma, Heuschnupfen und Hautekzeme (noch) selten sind. Offensichtlich bestehen zwischen Kindern mit und ohne Allergien tatsächlich deutliche Unterschiede in der Darmbesiedelung.</p>
<h5>Darmflora und Allergie</h5>
<p>Die Wissenschaftler untersuchten die Stuhlproben von 44 Kinder direkt nach der Geburt und dann in regelmäßigen Abständen alle paar Monate. Zu diesem Zeitpunkt war nicht klar, welche Kinder später einmal überempfindlich reagieren würden. Mit zwei Jahren litten insgesamt 18 Kinder unter Neurodermitis oder Allergien.</p>
<p>Das Spannende: Bevor überhaupt irgendein Anzeichen einer Überempfindlichkeit feststellbar war, ließ sich bereits anhand der Stuhlprobe voraussagen, welche Kinder Allergien entwickeln werden und welche nicht. Den späteren Allergiekindern mangelte es schon in den ersten Lebensmonaten an günstigen und schützenden Bakterien wie Lactobazillen (Milchsäurebakterien), Bifidobakterien, Enterokokken, Keimen aus der Gruppe der Bacteroidetes und Bakterien mit so seltsamen Namen wie Faecalibacterium prausnitzii und Akkermansia muciniphila. (Candela 2012)</p>
<p>Dafür gewannen schon früh andere Keime wie Staphylokokken und Clostridien die Oberhand im Darm (Björkstén 1999 und 2001). Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen auch niederländische Forscher. Sie untersuchten die Darmflora von 957 Säuglingen im Alter von einem Monat und beobachteten die Entwicklung allergischer Erkrankungen in den folgenden zwei Jahren.</p>
<h5>Atopische Erkrankungen</h5>
<p>Auch hier ließ sich vorhersagen, wer später unter so genannten „atopischen“ Erkrankungen litt. Kinder, die viele E. coli Bakterien im Darm hatten, wiesen ein größeres Risiko auf, später Ekzeme zu entwickeln – je höher die Keimzahl, desto wahrscheinlicher. Auch die mit vielen Clostridien bekamen später ebenfalls häufiger Neurodermitis, Asthma und andere Allergien. (Penders 2007) Offensichtlich scheint eine Stimulation des noch nicht ausgereiften Immunsystems durch die falschen Keime das Verhältnis bestimmter Abwehrzellen in Richtung Allergie zu verändern.</p>
<p>Fazit: Fast alle Studien bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit allergischen Erkrankungen und Ekzemen konnten ein Überwiegen entzündungsfördernder Keimen im Darm und einen Mangel an schützenden Bakterien feststellen.</p>
<hr />
<h4 id="Neurodermitis-Diät">Sind strenge Diäten sinnvoll, um eine Neurodermitis zu behandeln?</h4>
<p>Nein, definitiv nicht. Ich hatte mal ein Kind in der Praxis, dass ein Jahr lang nur mit Reis, Hühnchen, Gurke und Zucchini ernährt wurde, weil ein Therapeut sagte, es sei gegen alles andere allergisch. Das Kind hatte eine Blutarmut, war entwicklungsverzögert und hatte weiterhin schlimme Ekzeme – trotz einem Jahr strenger Diät.</p>
<p>Jeder muss selber für sich herausfinden, was er nicht verträgt. Das beschränkt sich aber meistens auf ein paar wenige Nahrungsmittel.<br />Das Problem bei strengen und einseitigen Diäten ist, dass auch die Darmflora leidet. Wichtig für unsere Gesundheit ist eine abwechslungsreiche Darmflora und die bekommt man nur, wenn man abwechslungsreich isst.</p>
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<h4 id="Neurodermitis-Darmflora3">Wie fördert man eine gesunde Darmflora?</h4>
<p>Häufig spricht man allgemein von „Darmreinigung“. Dieser Begriff ist irreführend, denn er lässt vermuten, dass man im Darm erst mal aufräumen muss um für eine gesunde Darmflora (Mikrobiom) zu sorgen. Häufig wird zur Darmreinigung das Abführen mit Glaubersalz, das so genannte „Glaubern“ empfohlen. Andere setzen auf Darmspülungen und Einläufe. Hätten unsere Helfer im Darm eine Stimme, würden sie laut um Hilfe schreien, denn diese Form der „Darmpflege“ bringt das Leben im Verdauungstrakt ganz schön durcheinander.</p>
<p>Ähnlich wie Antibiotika unterscheiden auch Abführmittel und Darmspülungen nicht zwischen Freund und Feind und dezimieren die guten wie die schlechten Keime. Kurz nach dem Glaubern findet man deutlich weniger der guten und hilfreichen Bacteroidetes, Bifidobakterien, Milchsäurestämme sowie anderer darmfreundlicher Vertreter.</p>
<h3><span style="display: inline !important; float: none; background-color: transparent; color: #333333; cursor: text; font-family: 'Libre Franklin','Helvetica Neue',helvetica,arial,sans-serif; font-size: 16px; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: left; text-decoration: none; text-indent: 0px; text-transform: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; white-space: normal; word-spacing: 0px;">Proteobakterien und Enterobakterien</span></h3>
<p>Dafür nehmen Proteobakterien und Enterobakterien zu. Diese Konstellation schaltet im Darm alle Hebel auf Entzündung. Werden nach dem Abführen nicht ausreichend präbiotische Ballaststoffe zugeführt, etabliert sich eine Entzündungsflora im Darm. Direkt nach dem Abführen ist der Darm zudem besonders empfänglich für die Neuaufnahme pathogener, also krankheitsverursachender Keime. (Gorkiewicz 2013, Jalanka 2015)</p>
<p>Prinzipiell gilt: Das „Durchspülen“ macht die Situation im Darm nicht besser, sondern schlechter. Keime, die Entzündungen, Allergien und Ekzeme fördern, nehmen anschließend Überhand. Außer zu diagnostischen Zwecken im Rahmen einer Darmuntersuchung sollte man um alle Formen der Darmreinigung einen großen Bogen machen – zum Wohle einer vielfältigen, gesunden und stabilen Darmflora.</p>
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<h4 id="Neurodermitis-Ballaststoffe">Warum sind präbiotische Ballaststoffe für die Darmflora so wichtig?</h4>
<p>Präbiotische Ballaststoffe, oder auch Präbiotika sind unverdauliche Pflanzenbestandteile, die den Bakterien weiter unten im Dickdarm als „Futter“ zur Verfügung stehen. Dadurch wird die Entwicklung einer gesunden Darmflora gefördert. Die Bakterien vergären die präbiotischen Pflanzenfasern.</p>
<p>Als Nebenprodukte entstehen Fettsäuren wie Buttersäure, Propionsäure und Essigsäure. Diese wirken entzündungshemmend und stärken die Darmbarriere. Bakterien benötigen Pflanzenfasern für ihre Entwicklung. Zu wenige Pflanzenfasern in der Nahrung führen zu einer Verarmung der Bakterienflora. Dadurch könne wichtige Substanzen für unsere Gesundheit, für unser Immunsystem und Stoffe, die entzündungshemmend wirken nicht mehr gebildet werden.</p>
<p>Präbiotische Ballaststoffe sind nur in einigen Nahrungsmitteln wie Hülsenfrüchten, Lauchgemüse (Zwiebel, Knoblauch, Porree, Schnittlauch), Haferflocken, Topinambur, Pastinaken etc. zu finden. Man kann sie aber auch in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich nehmen.</p>
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<h4 id="Neurodermitis-Probiotika">Wie helfen Probiotika?</h4>
<p>Unter Probiotika versteht man bestimmte Bakterien, die in aktiver Form in den Darm gelangen und sich dort günstig auf die Gesundheit auswirken. Wichtig ist, dass die Keime den Angriffen der Magen- und Gallensäure widerstehen können und lebend im Dickdarm ankommen. Vor allem Milchsäurebakterien und Bifidumbakterien gehören zu den Probiotika, die wichtige Funktionen im Darm übernehmen.<br />Das ist bei der Anwendung von Probiotika zu beachten:</p>
<ul>
<li>Ausreichend hoch dosieren – in Studien wirksame Tagesdosen lagen meistens bei 10 Mrd. KbE (kolonie bildende Einheiten = Keimzahl)</li>
<li>Nach einer Mahlzeit einnehmen – höherer pH-Wert erleichtert Magen-Passage. Optimal: Milchprodukte</li>
<li>Mindestens 5 oder mehr unterschiedliche Keimstämme</li>
<li>Kombination mit präbiotischen Ballaststoffen erhöht Überlebenszahl und Ansiedelungswahrscheinlichkeit sowie Wirksamkeit – einige Autoren halten die Gabe von probiotischen Keimen ohne Präbiotika für wirkungslos / wirkungsarm. Diese Präparate nennt man Synbiotika</li>
<li>Zahlreiche Keime (Bacteroidetes, Akkermansia, Faecalbakterium) nicht als probiotische Nahrungsergänzung erhältlich. Diese benötigen Präbiotika, um sich zu vermehren</li>
</ul>
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<h4 id="Neurodermitis-Keime">Gibt es probiotische Keime, die die Haut verschlechtern können?</h4>
<p>Ja, die gibt es. Die Bakterien Escherichia coli (E. coli), E. intermedia, L. brevis, L. fermentum, L. delbrueckii subsp. Bulgaricus, L. reuteri zählen zu den Histaminproduzenten und können Juckreiz verstärken.<br />Die Keime L. reuteri, L. brevis, L. fermentum fördern allergische Reaktionen, evtl. auch Immunantwort auf Nahrungsmittel und wirken proinflammatorisch, d.h. entzündungsfördernd.</p>
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<h4 id="Neurodermitis-Literatur">Literatur</h4>
<p>Björkstén, B., Sepp, E., Julge, K. et al. (2001) Allergy development and the intestinal microflora during the first year of life. J Allergy Clin Immunol 108(4):516-20</p>
<p>Björkstén, B., Naaber, P., Sepp, E. et al. (1999) The intestinal microflora in allergic Estonian and Swedish 2-year-old children. Clin Exp Allergy 29(3):342-6</p>
<p>Candela, M., Rampelli, S., Turroni, S. et al. (2012) Unbalance of intestinal microbiota in atopic children. BMC Microbiology 12:95</p>
<p>Cole Johnson, Ch. et al. (2013) Study: Babies Born by C-section at Risk of Developing Allergies. Henry Ford Health Systems URL: https://www.henryford.com/body.cfm?id=46335&amp;action=detail&amp;ref=1829</p>
<p>European Lung Foundation (2016) Early life exposure to antibiotics is related to increased risk of allergies later in life. ScienceDaily, www.sciencedaily.com/releases/2016/09/160906085003.htm</p>
<p>Gorkiewicz G, Thallinger GG, Trajanoski S, Lackner S, Stocker G, Hinterleitner T, et al. (2013) Alterations in the Colonic Microbiota in Response to Osmotic Diarrhea. PLoS ONE 8(2): e55817</p>
<p>Hua X, Goedert JJ, Pu A et al (2016) Allergy associations with the adult fecal microbiota: analysis for the american gut project. EBio Medicine 3:172-179</p>
<p>Jalanka, J., Salonen, A., Salojärvi, J. et al. (2015) Effects of bowel cleansing on the intestinal microbiota. Gut 64: 1562–1568</p>
<p>Korpela, K., Salonen, A., Virta, L. J. et al. (2016) Intestinal microbiome is related to lifetime antibiotic use in Finnish pre-school children. Nat Commun7: 10410</p>
<p>Korpela, K., Salonen, A., Virta, L. J. et al. (2016) Lactobacillus rhamnosus GG Intake Modifies Preschool Children&#8217;s Intestinal Microbiota, Alleviates Penicillin-Associated Changes, and Reduces Antibiotic Use. PLoS One 11 (4): e0154012.</p>
<p>Korpela, K., Salonen, A., Virta, L. J. et al. (2016) Association of Early-Life Antibiotic Use and Protective Effects of Breastfeeding Role of the Intestinal Microbiota. JAMA Pediatrics. 170 (8) 750-757</p>
<p>Penders J, Thijs C, van den Brandt PA et al. (2007) Gut microbiota composition and development of atopic manifestations in infancy: the KOALA Birth Cohort Study. Gut. 56:661–7</p>
<p>Kobayashi T, Glatz M, Horiuchi K et al (2015) Dysbiosis and Staphylococcus aureus Colonization Drives Inflammation in Atopic Dermatitis. Immunity 42 (4):756-766</p>


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