Aktuelles Darmgesundheit

Eine gesunde Darmflora gibt Übergewicht keine Chance

Zu viele Pfunde machen hierzulande jedem zweiten das Leben schwer. Zum Jahresanfang, im Frühjahr oder vor der Bikinisaison werden dann die Bemühungen, Übergewicht zu verlieren, noch mal verstärkt. Laut einer Studie der Techniker Krankenkassen hat jede zweite Frau und jeder vierte Mann schon einmal versucht, mit Hilfe einer Diät abzuspecken. Meistens ohne langfristigen Erfolg. Mindestens sechzig Prozent der Diäten – manche Studien sprechen auch von achtzig Prozent – scheitern und nach wenigen Wochen zeigt die Waage wieder das gleiche Gewicht wie zuvor oder sogar noch mehr. Denn einfach nur weniger essen reicht nicht aus! Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen: Wer dauerhaft abnehmen möchte, muss sich um seine Darmflora kümmern. Denn unsere 100 Billionen Darmkeime tragen entscheidend zur Ausnutzung unserer Nahrung und zur Kalorienaufnahme bei.

Darmflora beeinflusst Gewicht

Mitte der 2000er Jahre kam erstmals der Verdacht auf, dass es – neben weniger essen und mehr bewegen – noch weitere Einflussfaktoren geben muss, die an unserer Gewichtsschraube drehen. Amerikanische Forscher stellten fest, dass keimfreie Mäuse magerer waren und weniger Körperfett aufwiesen als Mäuse, die eine herkömmliche Darmflora besaßen. Wurden die keimfreien Nager nun mit normalen Darmbakterien besiedelt, nahmen sie innerhalb von zwei Wochen deutlich an Gewicht zu, der Körperfettwert stieg ebenso wie der Blutzuckerspiegel. Das erstaunliche: Die Mäuse fraßen nicht mehr – tatsächlich fraßen sie sogar weniger. Hier kam erstmals der Verdacht auf, dass die Anwesenheit oder Abwesenheit von Darmbakterien unser Gewicht entscheidend beeinflussen könnte.

Kommt Ihnen das eventuell auch bekannt vor? Nicht nur bei Mäusen, auch bei unseren Mitmenschen gibt es solche, die bessere Futterverwerter sind. Denen es schwerfällt, ihr Gewicht zu halten, obwohl sie immer wieder behaupten, sie würden doch gar nicht mehr essen als andere. Dass das keine faule Ausrede für mangelnde Selbstbeherrschung sein muss, sondern dass Übergewicht tatsächlich in einer veränderten Darmflora begründet sein kann, belegt die aktuelle Mikrobiomforschung. Denn offensichtlich gibt es tatsächlich deutliche Unterschiede in der Zusammensetzung der Darmflora zwischen guten und schlechten „Futterverwertern“. 

Darmflora als Schaltstelle für Fettdepots

Darauf stieß ein Forscherteam um den Biologen Jeffrey Gordon in den Laboren der Washington Universität in St. Louis. Vergleiche der Darmflora von fettleibigen Mäusen und ihren mageren Geschwistern sowie von adipösen und schlanken menschlichen Probanden belegen, dass bei Adipositas das Verhältnis der beiden dominierenden Bakterienstämme Bacteroidetes und Firmicutes in Schieflage gerät. Der Mikrobenmix ist dafür verantwortlich, wie gut oder schlecht wir unser Essen ausnutzen und wie viele Kalorien und Nährstoffe aus der Nahrung gezogen werden. Überschüssige Energie wird an die Leber abgegeben und schließlich in Fett umgewandelt und an Bauch, Po und Hüften abgelagert. Die Darmflora gilt mittlerweile als wichtige Schaltstelle für Energiegewinnung und Bildung von Fettdepots.

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Übergewicht durch bessere Nahrungsverwertung

Vor allem die Gruppe der Firmicutes kann selbst aus eigentlich unverdaulichen Nahrungsbestandteilen noch beträchtliche Mengen an Energie rausholen. Steigt die Zahl der Firmicuten an, dann werden mehr Kohlenhydrate von der Darmschleimhaut resorbiert und zunächst in den Körper und dann auf die Hüften geschleust. Nimmt die Zahl dieser „Moppelbakterien“ nur um 20 % zu, dann werden Tag für Tag 10 % mehr Kalorien in den Körper geschleust. Das hört sich zunächst nicht viel an, summiert sich aber im Laufe eines Jahres auf rund acht zusätzliche Kilos. Gleichzeitig geht mit steigenden Pfunden die bakterielle Vielfalt im Verdauungstrakt verloren. Inzwischen weiß man, dass das Mikrobiome bei Übergewichtigen viele Enzyme produzieren kann, die die für den Menschen unverdauliche Polysaccharide abbauen und uns auf diese Weise „helfen“, aus wenig Nahrung viel Energie zu gewinnen. In Zeiten von Hungersnöten und Missernten ein klarer Überlebensvorteil. Heute aber eher unerwünscht.

Mangelnde bakterielle Vielfalt bei Übergewicht

Doch es existieren noch weitere Merkmale, in denen sich ein „dickes“ von einem „schlanken“ Mikrobiom unterscheidet. Menschen mit Gewichtsproblemen besitzen meistens eine zu geringe Vielfalt der Darmflora, das heißt die Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft ist eintönig und es fehlen zahlreiche gesundheitsförderliche Bakterien oder diese sind unterrepräsentiert. Bei vielen Übergewichtigen findet man deshalb nur wenige Bifidobakterien im Darm und auch die Schleimhaut regenerierenden „Akkermansia muciniphilia“ fehlen. Aktuelle Studien konnten Zusammenhänge herstellen zwischen einer hohen Zahl an Akkermansiabakterien und einem geringen Körpergewicht, einem niedrigeren Körperfettanteil, einem geringeren Risiko für Zuckerkrankheit und metabolischem Syndrom nachweisen.

Übergewicht lässt sich „verpflanzen“

Nun stellt sich die Frage nach der Henne und dem Ei. Haben Übergewichtige eine andere Darmflora, weil sie sich anders ernähren, häufiger zu Fastfood und Süßigkeiten greifen? Oder tragen die Mikroorganismen im Darm tatsächlich die Schuld, wenn man die Pfunde nicht mehr loswird? Antworten darauf gab die Übertragung von Kotpellets übergewichtiger Mäuse auf ihre schlanken Artgenossen. Innerhalb kürzester Zeit legten diese – bei gleichem Futter – deutlich an Gewicht zu. Um genetische Faktoren auszuschließen, suchte man nun menschliche Zwillingspaare, von denen einer schlank war und der andere zu Übergewicht neigte und transferierte deren Darmkeime auf zwei Gruppen schlanker Mäuse. Wie erwartet wurden die Tiere mit dem „dicken“ Mikrobiom rasch adipös, die anderen futterten die gleiche Menge Körner und blieben dennoch rank und schlank. 

Ist die Darmflora schuld am Jojo-Effekt?

Der berüchtigte Jojo-Effekt, das Auf und Ab des Gewichts durch wiederholte Diäten, hat schon so manche Bemühungen um die Bikinifigur zunichte gemacht. Auch hier spielt die Darmflora eine wichtige Rolle, wie eine aktuelle Untersuchung des israelischen Weizmann Institute of Science in Rehovot nahe.

Die Wissenschaftler verabreichten zu Übergewicht neigenden Mäusen erst fettreiche Kost, setzten sie anschließend eine Zeit lang auf eine kalorienreduzierte Diät und gaben ihnen dann wieder normales Futter. Kommt Ihnen das bekannt vor? Möglicherweise schon, denn das ist genau das Ernährungsverhalten, das auch viele Menschen mit Übergewicht an den Tag legen. Auch die Mäuse zeigten sehr bald den typischen Jojo-Effekt und nahmen nach wiederholten Diäten rasch wieder zu. Veränderungen im Stoffwechsel, die man jahrelang für die eigentlichen Schuldigen dieser „Gewichtsachterbahn“ gehalten hatte, konnten nach umfangreichen Tests als Ursache ausgeschlossen werden.

Obwohl die ehemals fettleibigen Nager nach dem Diätprogramm äußerlich schlank waren, ließen sich bei einer Untersuchung des Mäusekots noch immer Störungen in der Bakterienzusammensetzung feststellen. Sobald die Mäuse wieder ihre normalen Körner fraßen, zogen diese Moppelbakterien erneut extrem viele Kalorien aus dem Futter und packten es den Tieren auf die Hüften. Die Wissenschaftler stellten fest, dass es mindestens 5 bis 6 Monate mit gesunder und ausgewogener Ernährung bedarf, bis auch die Darmflora auf schlank programmiert ist.

Und das „Gewichts-Auf-und-Ab“ lässt sich sogar mit Hilfe der Darmbakterien von Maus zu Maus übertragen. Erhielten schlanke Nager mittels Kotpellets die Darmflora der ehemals dicken Diätmäuse, so stellte sich auch bei ihnen der gefürchtete Jojo-Effekt ein – obwohl sie selbst bis dahin keine Fastenkur durchlebt hatten.

So lässt sich das Gewicht über den Darm beeinflussen

Wer langfristig abnehmen und das Gewicht auf Dauer halten möchte, der muss sich deshalb gut um seine Darmbakterien kümmern.

Ob man zu viele Moppelbakterien und zu wenige „rank-und-schlank“-Keime im Darm hat, lässt sich mit einer einfachen Stuhluntersuchung testen

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Die Vielfalt der Darmbakterien lässt sich auch durch synbiotische Nahrungsergänzungsmittel, also solche, die probiotische Bakterien und präbiotische Ballaststoffe enthalten. Ideal sind Produkte, die viele Keime (15 bis 25 Mrd. Bakterien pro Tagesdosis) enthalten

Prinzipiell ist es wichtig, die Vielfalt der Darmflora zu fördern. Dazu ist es wichtig, auch vielfältig zu essen. Wichtige, bakterienfreundliche Nahrungsmittel sind Gemüse, Obst, Nüsse, pflanzliche Öle und Fisch

Besonders gut entwickeln sich Darmbakterien, wenn wir präbiotische Ballaststoffe zu uns nehmen. Diese sind unter anderem enthalten in Haferflocken, Hülsenfrüchten, Spargel, Pastinaken, Zwiebeln und Lauch

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Quellen

Bäckhed, F. et al. The gut microbiota as an environmental factor that regulates fat storage. Proc. Natl Acad. Sci. USA 101, 15718–15723 (2004). https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15505215?dopt=Abstract

Turnbaugh, P. J. et al. An obesity-associated gut microbiome with increased capacity for energy harvest. Nature 444, 1027–1031 (2006). https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17183312?dopt=Abstract

Ley, R. E., Turnbaugh, P. J., Klein, S. & Gordon, J. I. Microbial ecology: Human gut microbes associated with obesity. Nature 444, 1022–1023 (2006). https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17183309?dopt=Abstract

Turnbaugh, P. J. et al. A core gut microbiome in obese and lean twins. Nature 457, 480–484 (2009). https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2677729/

Thaiss, C. A. et al. Persistent microbiome alterations modulate the rate of post-dieting weight regain. Nature 540, 544–551 (2016). https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27906